(10.09.2015)

Um auf das Thema duale Berufsausbildung nach Studienabbruch aufmerksam zu machen, lud die Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt Leipzig im Rahmen ihres Projektes „Plan B“ am 17.09.2015 zu Vorträgen, Podiumsdiskussion und Erfahrungsaustausch ein. 57 Interessierte aus verschiedenen Institutionen wie z. B. den Leipziger Hochschulen, der Agentur für Arbeit, den Kammern und Gewerkschaften kamen zum vierstündigen Fachtag im Leipziger Volkshaus.

Mit wem haben wir es eigentlich zu tun, wenn wir über Studienabbrechende reden? Wie ist das Image von Studienabbrechenden auf Seiten der Unternehmen und welche Erfahrungen gibt es in Betrieb, Berufsschule und in der Beratung? In Vorträgen und einer Podiumsdiskussion wurden diese Fragen aus verschiedenen Perspektiven beantwortet. Julia Ebert vom DZHW benannte Zahlen und Fakten und brachte etwas Licht in die „Black Box“ Studienabbrecher und deren Motive. Einige spannende Fragen, z. B. welche Unterschiede es bei den Geschlechtern gibt und wie lang der Prozess des Studienabbruchs dauert, wird sie allerdings erst 2016 beantworten können, wenn die Ergebnisse der aktuellen Studie vorliegen. In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen der Handwerkskammer, der Stadt Leipzig, einer Berufsschule und einem Auszubildenden, der ein Studium abgebrochen hat, wurden Studienabbrechende als gern gesehene Bewerber benannt – nicht nur bei Unternehmen, sondern auch in Berufsschulen. Bereits ein oder zwei in einer Klasse können weniger motivierte und leistungsstarke Schüler mitziehen. Es wurde ein sehr positives Bild von Studienabbrechenden gezeichnet, dass jedoch nicht immer zu dem eher negativen Selbstbild der Studienabbrechenden passt. Letzteres entsprach vor allem den Erfahrungen der Projekte Looping (Berlin) und Plan B (Leipzig), die u. a. Studienabbrechende beraten.

Deutlich wurde, dass diejenigen, die am Studium zweifeln oder bereits abbrechen mussten, häufig an Information, Beratung und Unterstützung interessiert sind, jedoch nicht immer gleich die richtige Anlaufstelle finden. Wege, sie in Kontakt mit Unternehmen und schließlich in eine duale Ausbildung zu bringen, sind zwar zum Teil vorhanden, jedoch nicht immer hinreichend bekannt. Hier besteht viel Potenzial für das Projekt „Plan B“ in der Region Leipzig vorhandene Angebote bekannt zu machen und verschiedene Formen der Ansprache von Studienabbrechenden und Unternehmen auszuprobieren. Im Rahmen eines weiteren Fachtags 2016 soll der Fokus darauf liegen, wie die beiden Gruppen einfacher in Kontakt kommen können und Übergänge vom Studienabbruch in eine duale Berufsausbildung kürzer gestaltet werden können.

Eindrücke:

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