Beruflicher Einstieg & Karrieremöglichkeiten von Frauen in Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung.

(Donnerstag, 15. Mai 2014)

Eine Veranstaltung von
Gleichstellungsbüro der Universität Leipzig
Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt (KOWA) Leipzig
Landesfrauenrat Sachsen
Career Center der Universität Leipzig

Zielgruppe
Studentinnen, Promovendinnen und Post-Docs

Rund 60 Prozent aller Studierenden an der Universität Leipzig sind weiblich, beim akademischen Mittelbau sind es immerhin noch knapp unter 50 Prozent. Frauen sind an dieser Hochschule also keine Minderheit, sondern offenbar die Mehrheit. Zudem sind rund 70 Prozent der Frauen zwischen 20 und 64 Jahren in Deutschland erwerbstätig. Wozu braucht es dann eine gesonderte Veranstaltung für Frauen zum Thema beruflicher Einstieg und Karrieremöglichkeiten? Die Begründung dafür liegt in Zahlen wie diesen hier: Der Anteil von Frauen in Führungspositionen liegt in der Wirtschaft bei nur rund 30 Prozent, bei Professuren sogar nur bei rund 20 Prozent. Auch sind Frauen viel häufiger in Teilzeitbeschäftigung als Männer und der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen beträgt immer noch 22 Prozent.

Unsere Veranstaltung, die sich in erster Linie an Studentinnen, Promovendinnen und weibliche Post Docs richtet, gibt einen Überblick über berufliche Einstiegsmöglichkeiten und Karriereperspektiven in den Feldern Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung und nimmt dabei jeweils auch die spezifische Situation von Frauen in den Blick. Frauen, die sich beruflich in den verschiedenen Bereichen fest etabliert haben, berichten über ihren Werdegang und geben Anregungen für berufliche Optionen. Die Teilnehmerinnen haben dabei die Gelegenheit, mit den Frauen ins Gespräch zu kommen.


 

Programm

09:30 Uhr        Begrüßung (Felix-Klein-Hörsaal)

10:00 Uhr        Erste Arbeitsphase (Input)              
Thema 1:        

Frauen in der Wissenschaft (SR P702)
Was bedeutet eigentlich "Karriere" in der Wissenschaft?

Vortrag und Diskussion mit Dr. oec. Anke Burkhardt,  

stellvertretende Direktorin und Geschäftsführerin am Institut 
für Hochschulforschung (HoF)

Thema 2:        

Frauen Wirtschaft und Verwaltung (SR P701)
Karriere- und Zugangschancen von Frauen in die Wirtschaft
- zur statistischen Wirklichkeit auf dem sächsischen Arbeitsmarkt
Diplom und Verwaltung - Was nützt mir ein Hochschulabschluss in

                        (öffentlichen) Verwaltungen?

11:30 Uhr        Mittagspause

12:30 Uhr        Zweite Arbeitsphase (Diskussion)
Thema 1:        

Karrieren in der Wissenschaft (SR P702)
Aufstiegschancen in der Wissenschaft - gibt es Alternativen zur Professur?
Im Gespräch mit drei Wissenschaftlerinnen, die jenseits der Professur eine Führungsposition im Karrieresystem Wissenschaft inne haben

Thema 2:        

Karrieren Wirtschaft und Verwaltung (SR P701)
Business as usual? - Frauen in leitenden Positionen in der Wirtschaft
Im Gespräch mit Frauen, die Führungspositionen in der freien Wirtschaft inne haben

Diplom und Verwaltung - Karrieren und Perspektiven
Im Gespräch mit drei Frauen, die Führungspositionen beim MDR, bei der Stadt Leipzig und beim Bundesamt für Naturschutz inne haben.

14:00   Ende der Veranstaltung

 

NACHGEFRAGT!

… bei Dr. Anne Linke, Wissenschaftlerin an der Universität Leipzig. Sie moderierte zwei Sessions auf unserer Tagung „Women and Career!“. Wir wollten nach der Veranstaltung von ihr wissen, welche Ergebnisse und Eindrücke für Sie persönlich besonders eindringlich waren.

KOWA: Dr. Anke Burkhardt hat die Situation des wissenschaftlichen Mittelbaus vorgestellt – haben Sie sich in der Situationsbeschreibung des „Bundesberichts Wissenschaftlicher Nachwuchs“ persönlich wiederfinden können und wie denken Sie über Ihre Chancen in der Wissenschaft zu bleiben, nachdem Sie diese Ergebnisse gehört haben?

Dr. Anne Linke: Frau Dr. Burkhardt hat uns mit den Ergebnissen des „Bundesberichts Wissenschaftlicher Nachwuchs“ einen guten Überblick über die doch sehr unterschiedlichen Anstellungsverhältnisse im Wissenschaftssystem ermöglicht. Vor allem die Unterschiede zwischen Naturwissenschaften und anderen Fächern bei den Doktoranden-Modellen sind mir in Erinnerung geblieben. Da ich selbst mit einer Teilzeitstelle als Stipendiatin promoviert habe – mit allen Vor- und Nachteilen – habe ich mich dort gut wiedergefunden und auch vergleichen können. Zu den Chancen in der Wissenschaft zu bleiben, sagen die Ergebnisse allerdings nichts Konkretes. Hier gibt es keine Patentrezepte oder Pauschalurteile. Mir ist allerdings mal wieder klar geworden, dass es sich um einen langen, steinigen Weg von teilweise prekären Doktorandenstellen über unsichere und befristete Post-Doc-Stellen zu wenigen, umkämpften Juniorprofessuren handelt und dass erst danach eine gewisse Stabilität einsetzt.

KOWA: Hatten Sie persönlich Aha-Erlebnisse bei den Veranstaltungen zum Berufsfeld Wissenschaft? Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Dr. Anne Linke: Mein persönliches Aha-Erlebnis ist mit einem augenscheinlichen Widerspruch verbunden: Obwohl gerade am Anfang der Karriereleiter harte Bedingungen im Wissenschaftssystem herrschen, ist die Zufriedenheit mit dem Job und seinen Aufgaben ausgesprochen hoch. Diese intrinsische Motivation kenne ich von mir selber. Sie ist insbesondere für Qualifikationsstellen wie Doktoranden oder Post-Doc-Stellen als Motor unabdingbar. Schön war bei der Gesamtveranstaltung, dass dieser Gegensatz auch deutlich rausgekommen ist. Die empirischen Ergebnisse der Studie haben ein z.T. ernüchterndes Bild der Arbeitsbedingungen gezeichnet. Trotzdem konnten die Gespräche mit den Rollenvorbildern zeigen, wie man sich in diesem System behaupten kann und wie viel Begeisterung für das wissenschaftliche Arbeiten dahinter steckt.

KOWA: Sollte es weitere Veranstaltungen dieser Art an der Universität Leipzig geben und warum?

Dr. Anne Linke: Die Veranstaltung hat viele an Wissenschaft interessierte Frauen zusammengebracht und zur Diskussion über Fächergrenzen hinweg angeregt. Das ist auf jeden Fall eine Bereicherung, v.a. für diejenigen unter uns, die auf der Suche nach Ratschlägen und auf der Suche nach ihrem Weg sind. Ich denke, dass noch mehr Frauen als bei der Veranstaltung vor Ort an dem Thema interessiert sind und dass wir viele Aspekte nur kurz anreißen konnten. Deswegen würde ich auf jeden Fall dazu raten, weitere derartige Veranstaltungen zu organisieren.

KOWA: Auf dem Podium war natürlich nur eine Auswahl anzutreffen. Welche Frauen hätten Sie gern zusätzlich auf dem Podium befragt?

Dr. Anne Linke: Besonders gut fand ich, dass die Gesprächsrunde im zweiten Teil der Veranstaltung Karriereoptionen jenseits einer Professur an einer Uni aufgezeigt hat. Mit außeruniversitärer und Wirtschaftsforschung ist schon eine gute Auswahl getroffen worden und die Diskussionsteilnehmerinnen konnten Interessantes aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz berichten. Als Vergleich wären vielleicht auch Rollenvorbilder aus dem Hochschulbereich – aus Unis und FHs – spannend gewesen. Da die Situation zwischen den Fächern in Bezug auf Karriereoptionen relativ divers ist, wären auch gezielte Veranstaltungen hilfreich, die z.B. danach fragen, wo außeruniversitäre Forschung für Geisteswissenschaftler betrieben wird.

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Veranstalter ist das Gleichstellungsbüro der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt (KOWA) Leipzig, dem Landesfrauenrat Sachsen und dem Career Center der Universität Leipzig.

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