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(09.09.2019)

Kurzbeschreibung: Generation Praktikum: Ob Pflichtpraktikum im Studium, Praxissemester oder freiwilliges Praktikum zur Orientierung, immer mehr Studierende arbeiten eine Zeit lang im Unternehmen mit. Welche Praktikumsformen gibt es? Welche Rechte habe ich im Praktikum? Welche arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Bedingungen gibt es und was muss ich dabei beachten? Wo kann ich mich über Praktikumsplätze informieren? Was ist beim Praktikumsvertrag wichtig und wie kann ich die Verknüpfung von Theorie und Praxis und gute Lernerfolge sicherstellen? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen wir uns im Workshop.

Referentin: Isabella Rogner, IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen

Die Veranstaltung war eine Kooperation mit der IG Metall.

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Einsatzbereich & Inhalte

Zum Einsatzbereich von Köch*innen gehört nicht nur das Zubereiten von Speisen selbst, also die Anwendung verschiedener küchentechnischer Verfahren, sondern auch die Planung von Menüfolgen und der Warenwirtschaft sowie die dazugehörige Kalkulation der Kosten. Sie planen die Arbeitsabläufe in der Küche und sorgen für die Einhaltung des Zeitplans. Außerdem liegt es im Aufgabenbereich von Köch*innen, Menüvorschläge zu unterbreiten und Gäste zu beraten. Sie arbeiten in Küchen von Restaurants und Hotels, aber auch in Kantinen, Krankenhausküchen oder bei Catering-Firmen. Je nach Größe der Küche werden entweder alle Gerichte zubereitet oder es erfolgt eine Spezialisierung auf die Zubereitung bestimmter Speisen.

 

Warum für Studienabbrecher*innen geeignet?

Die Ausbildung als Koch/Köchin eignet sich im Besonderen für Studienabbrecher*innen, welche bereits ihre Orientierung im Gastgewerbe gefunden haben und eher handwerklich und kreativ sein möchten. Das Berufsfeld der Köche umfasst betriebswirtschaftliche Aspekte und somit ist ein grundlegendes Verständnis in den Bereichen Warenwirtschaft und Kalkulation von Vorteil. Gerade das breite Aufgabenspektrum und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten – auch auf dem internationalen Markt – geben dem Beruf reichlich Gestaltungsmöglichkeiten.

 

Voraussetzungen

Folgende persönliche Stärken sind im Alltag eines Kochs/Köchin nützlich:

  • Stressresistenz
  • Gute körperliche Konstitution
  • Teamfähigkeit
  • Selbständige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise
  • Geduld und Sorgfalt
  • Handwerkliches Geschick
  • Organisations- und Planungsfähigkeit sowie eine strukturierte Arbeitsweise
  • Kreativität
  • Schnelle Auffassungsgabe
  • Kalkulatorische Fähigkeiten

 

Hard Facts

  • Duale Berufsausbildung
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Verkürzungsmöglichkeit: Die Verkürzung der Ausbildungszeit kann in Absprache mit dem Ausbildungsbetrieb durch einen direkten Einstieg ins zweite Ausbildungsjahr oder am Ende der Ausbildung durch einen Antrag auf vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung ermöglicht werden. Zuständig ist die jeweilige Kammer.
  • Ausbildungsvergütung: 620–795 Euro im ersten, 675–905 Euro im zweiten und 775–1.035 Euro im dritten Ausbildungsjahr, je nach Bundesland [Quelle: https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/3726.pdf]
  • Berufsschule: BSZ 10 Susanna-Eger-Schule Leipzig, Blockunterricht (2 Wochen Berufsschule und 4 Wochen Ausbildungsbetrieb im Wechsel)
  • Kammerzugehörigkeit: Industrie- und Handelskammer

 

Digitalisierungsfaktor 

2 von 5

 

Perspektiven

  • Arbeitszeiten: Es kommen fast immer Schicht- oder Teilschichtmodelle zum Einsatz. Je nach Art des Gastronomiegewerbes sind aber auch flexible Arbeitszeitmodelle möglich. An Sonn- und Feiertagen wird gearbeitet.
  • Arbeitsplatzsicherheit: Fast immer werden Köche nach ihrer Ausbildung vom Ausbildungsbetrieb übernommen. Die Nachfrage nach Köch*innen ist sowohl in ländlichen Regionen wie auch in Städten sehr hoch.
  • Einstiegsgehalt nach der Ausbildung: 1.500 € – 2.000 Euro in Abhängigkeit von Region, Unternehmensgröße, Einsatz und Qualifikation.
  • Entwicklungspotential: Es besteht ein vielfältiges Entwicklungspotential für Köch*innen. Sie können sie sich innerhalb der Tätigkeitsgebiete spezialisieren (z. B. Saucier), können eine Meisterprüfung ablegen (Küchenmeister, Fachwirt im Gastgewerbe) oder sich zum Hotelbetriebswirt weiterqualifizieren. In der Hierarchie gibt es Aufstiegsmöglichkeiten bis zum Küchenchef und darüber hinaus bis zum selbstständigen Unternehmer mit einem eigenen gastgewerblichen Betrieb. Auch international gibt es Einsatzmöglichkeiten bzw. die Möglichkeit, die Küchen anderer Länder kennenzulernen und sich die dazugehörigen Fertigkeiten anzueignen.

 

Ein typischer Arbeitstag…

… 9:30 Uhr: Nach dem Umziehen finden wir uns alle zu Schichtbeginn im Personalraum ein. Als erstes steht das Feedback zum Vortag an und es werden mögliche Anpassungen besprochen. Im Anschluss folgt die Besprechung für den Tag bei einer Tasse Kaffee.

… 09:50 Uhr: Jetzt sind alle auf dem aktuellen Stand und jeder macht sich daran, seine persönliche „To-Do-Liste“ zu aktualisieren. Ich verschaffe mir einen Überblick über den aktuellen Bestand, beginnend beim Lager, dann überprüfe ich das Kühlhaus und die Kühlschubladen an meiner Arbeitsstation. Ich arbeite sehr genau und sorgfältig, um Engpässe am Abend vorzubeugen. Ich bin heute in der kalten Küche eingeteilt und gehe die einzelnen Punkte mit meinem Ausbilder durch.

… 10:00 Uhr: Anschließend bereite ich mein Mise en place vor, d.h. ich bereite meinen Arbeitsplatz vor und fange an, Gemüse zu schälen, zu schneiden und zu blanchieren sowie Desserts herzustellen.

… 10:30 Uhr: Der LKW mit den tagesfrischen Waren aus der Bestellung vom Vortag kommt und das Lager muss befüllt werden. Ich prüfe gewissenhaft den Lieferschein und ordne im Anschluss die Lebensmittel nach dem fifo-Prinzip (first in – first out) ein.

… 11:00 Uhr: In 60 Minuten beginnt das à la Carte Geschäft, die Gäste suchen sich ihre Speisen direkt aus der Menükarte aus. Während dafür die letzten Vorbereitungen abgeschlossen werden, beginnen wir bereits, weitere Arbeitsschritte zu planen. Denn trotz laufendem à la Carte, müssen die Spätzle für das Abendbuffet produziert und die Abendsuppe kann angesetzt werden. Die Zutaten dafür kamen mit der Lieferung.

… 14:00 Uhr: Das Mittagsgeschäft endet und ich räume meinen Arbeitsplatz auf und muss die To-Do Liste noch updaten. Dann fahre ich nach Hause. Entspannen bis zum Abendgeschäft.

… 17:00 Uhr: Nach dem Umziehen ist noch knapp 1 Stunde Zeit bis das á la Carte Geschäft wieder startet. Die gute Vorbereitung am Vormittag ermöglicht hier, den Kopf für das Buffet für eine Geburtstagsfeier frei zu haben, welches 19 Uhr startet. Ich bereite die kalten Platten selbständig vor und mein Ausbilder ist mit dem Ergebnis zufrieden. In der Zwischenzeit hält die Küchenchefin Rücksprache mit dem Service, um Sonderwünsche oder Veränderungen beim Buffet aufzunehmen.

… 18:00 Uhr: Á la Carte beginnt und parallel werden die letzten Vorbereitungen für das Buffet getroffen.

… 18:45 Uhr: Wir beginnen mit dem Aufbau des kalten Buffets. Sobald die ersten Gäste eintreffen, folgen die warmen Speisen.

… 19:00 Uhr: Ich darf mit meinem Ausbilder das erste Mal das Buffet und die Essenausgabe der Fleischgerichte betreuen. Ich finde es sehr schön, dass man hier mit den Gästen ins Gespräch kommt, ich erfahre was besonders gut war und bekomme Anregungen für neue Ideen.

… 21:00 Uhr: Wir bauen das Buffet ab, während die anderen schon die Küche reinigen.

… 21.30 Uhr: Nun kommt noch das abschließende Gespräch mit der Küchenchefin zum Buffet und dann ist Feierabend. Den lassen wir mit den Kolleginnen und Kollegen noch zusammen ausklingen.

 

Mögliche weitere Ausbildungsberufe im Bereich Hotel- und Gaststättengewerbe

Fachkraft im Gastgewerbe, Fachleute für Systemgastronomie, Hauswirtschafterin, Hotelkaufleute, Konditor, Restaurantfachleute oder weitere Berufe im Lebensmittelbereich

 

Quellen und weitere Informationen

  • https://www.dehoga-bundesverband.de
  • https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/3726.pdf
  • https://www.leipzig.ihk.de/unternehmen/geschaeftsfelder/ausbildung-und-weiterbildung/erstausbildung-umschulung/berufe-von-a-bis-z/koch-in/
  • https://www.aubi-plus.de/berufe/koch-117/gehalt/
  • Julian on Tour beim Sonderwunscherfüller Raoul: https://www.praktisch-unschlagbar.de/de/julian-on-tour-beim-sonderwunscherfueller-raoul-2184.html


Logoleiste FR plus A4 CMYK 03 2020

Einsatzbereich & Inhalte

Steuerfachangestellte betreuen und beraten zusammen mit Steuerberater*innen und Wirtschaftsprüfern*innen Kunden (Mandanten) in steuerrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten. Zu den zentralen Aufgaben eines*einer Steuerfachangestellten zählen u.a.:

  • Stetiger Kontakt mit Mandanten & Finanzämtern
  • Verarbeiten von Rechnungen, Belegen und Kontoauszügen
  • Bearbeiten von Steuererklärungen und Überprüfen von Steuerbescheiden
  • Durchführen von Lohn- und Gehaltsabrechnungen für Mandanten
  • Mitwirken bei der Erstellung von Jahresabschlüssen
  • Erledigen allgemeiner Büroarbeit

Steuerfachangestellte arbeiten u.a. in Kanzleien von Steuerberater*innen, Wirtschaftsprüfer*innen, Buchprüfer*innen oder in Wirtschaftsunternehmen in den Bereichen Rechnungswesen und Buchführung.

 

Warum für Studienabbrecher*innen geeignet?

Die Ausbildung zum*zur Steuerfachangestellten bietet ein spannendes und facettenreiches Aufgabengebiet im Bereich der Betriebswirtschaft und ist daher für Studienabbrecher*innen aus den wirtschaftswissenschaftlichen Fachrichtungen besonders geeignet. Aufgrund der steuerrechtlichen Inhalte und dem Umgang mit juristischen Texten kann die Ausbildung zum*zur Steuerfachangestellten auch für Abbrecher*innen mit einem rechtswissenschaftlichen Hintergrund von Interesse sein. Aber auch für Abbrecher*innen anderer Fachrichtungen ist die Ausbildung geeignet, wenn sie den Umgang mit Zahlen sowie Gesetzestexten nicht scheuen.

 

Voraussetzungen

  • Gute Noten in Mathematik, Wirtschaft und Deutsch
  • Sorgfalt, Verantwortungsbewusstsein, Lernbereitschaft
  • Kunden- und serviceorientiertes Handeln
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Spaß am Umgang mit Zahlen, Interesse an Steuerfragen

 

Hard Facts

  • Duale Berufsausbildung
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Verkürzungsmöglichkeit: Die Verkürzung der Ausbildungszeit kann in Absprache mit dem Ausbildungsbetrieb durch einen direkten Einstieg ins zweite Ausbildungsjahr oder am Ende der Ausbildung durch einen Antrag auf vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung ermöglicht werden. Zuständig ist die jeweilige Kammer.
  • Ausbildungsvergütung: Die Steuerberaterkammer des Freistaates Sachsen empfiehlt im ersten Ausbildungsjahr 650 €/ Monat, im zweiten Ausbildungsjahr 750 €/ Monat und im dritten Ausbildungsjahr 850 €/ Monat. Die empfohlene Vergütung kann um maximal 20 Prozent reduziert werden. Eine höhere Vergütung ist individuell möglich. Mit dem Berufsausbildungsjahr 2020/21 wird die Vergütung angehoben und liegt dann im ersten Lehrjahr bei 700 €/ Monat, im zweiten Lehrjahr bei 800 €/ Monat und im dritten Lehrjahr bei 900 €/ Monat. (Quelle: www.sbk-sachsen.de/aus-und-fortbildung/steuerfachangestellter)
  • Berufsschule: BSZ 1 Leipzig Wirtschaft & Verwaltung
  • Kammerzugehörigkeit: Steuerberaterkammer des Freistaates Sachsen

 

Digitalisierungsfaktor 

4 von 5

 

Perspektiven

  • Arbeitszeiten: Zumeist klassische Bürozeiten (zwischen 8:00 Uhr – 17:00 Uhr)
  • Arbeitsplatzsicherheit:  Auszubildende werden nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung gern von ihrem Ausbildungsunternehmen übernommen.
  • Einstiegsgehalt nach der Ausbildung: Durchschnittlich ist ein Entgelt zwischen 1.600 und 2.600 Euro im Monat zu erwarten. Der Verdienst nach der Ausbildung ist von dem Standort, der Größe des Unternehmens, der individuellen Erfahrung sowie Qualifikation abhängig.
  • Entwicklungspotential: Der Beruf bietet viele Weiterbildungsmöglichkeiten, sowohl in Form von Anpassungsweiterbildungen (z.B. Steuerrecht, Controlling) als auch Aufstiegsweiterbildungen (z.B. Fachwirt*in Steuer, Steuerberater*in, Controller*in, Finanzbuchhalter*in), die neue Tätigkeitsfelder und Verantwortungsbereiche erschließen können. Auch die Aufnahme eines betriebs- oder volkswirtschaftlichen Studiums bietet sich im Anschluss an.

 

Ein typischer Arbeitstag…

…08:00 Uhr: Angekommen im Büro bespreche ich mit der Ausbildungsleiterin, welche Aufgaben für den Tag zu erledigen sind. Da im Steuerbüro auf viele Fristen geachtet werden muss, werden die zu erledigenden Aufgaben wöchentlich koordiniert.

…09:00 Uhr: Die Post trifft ein und ich sortiere sie zur Vorlage beim Chef.

…09:45 Uhr: Nach der Bearbeitung der Post, erledige ich die Buchhaltung für eine kleine Katzenpension – mein erster eigener  Klient! Die Buchhaltung wird alle drei Monate eingereicht und ist daher nur quartalsweise zur Bearbeitung fällig. Die Belege werden zuerst vorkontiert und dann mithilfe eines Bearbeitungsprogrammes in den Computer eingegeben.

…12:00 Uhr: Mittagspause mit den Kolleginnen und Kollegen.

…12:30 Uhr: Nach der Mittagspause erledige ich gemeinsam mit meiner Ausbildungsleiterin die Lohnbuchhaltung eines kleinen Elektrounternehmens. Alle Ausdrucke, welche der Firmeninhaber erhält, werden separat in eigene Ordner abgeheftet, falls der Eigentümer eine Zweitschrift für die Mitarbeiterin benötigt.

…14:00 Uhr: Da ich meine Aufgaben erledigt habe, unterstütze ich meine Ausbildungsleiterin bei der Eingabe der Buchhaltung einer Apotheke mit drei Standorten. Neben dem Wareneingang und den Rechnungen der Kunden der Apotheke muss auch hier der Geldeingang, sowohl über die Barkasse als auch über das Bankkonto verbucht werden. Meine Ausbildungsleiterin kontrolliert die Eingaben, macht den Monatsabschluss für den Mandanten fertig und sendet diesen per Post an den Mandanten.

…16:00 Uhr: Zum Schluss bereite ich noch die Ausgangspost für den Versand vor. Die bereits durch die Kolleginnen und Kollegen vorbereiteten Briefe werden in der Frankiermaschine in die verschiedenen Größen sortiert und mit dem jeweiligen Geldbetrag frankiert.

…16:30 Uhr: Ich bringe noch die Briefe zum Briefkasten. Dann ist Feierabend!

 

Mögliche weitere Ausbildungsberufe im Bereich Steuerfachangestellte

Rechtsanwaltsfachangestellte*r, Notarfachangestellte*r, Beamter*in in der Steuerverwaltung, Verwaltungsfachangestellte*r

 

Quellen und weitere Informationen

  • https://www.sbk-sachsen.de/aus-und-fortbildung/steuerfachangestellter/
  • https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/kurzbeschreibung/au sbildungsinhalte&dkz=7573&such=Steuerfachangestellte%2Fr
  • http://www.planet-beruf.de/schuelerinnen/mein-beruf/berufe-von-a-z/ausbildungsberufe- s/steuerfachangestellter/
  • https://www.bsz1leipzig.de/index.php/bildungsgaenge/berufsschule/steuerfachangestellte
  • https://www.steuerdeinekarriere.de/
  • https://mehr-als-du-denkst.de/
  • Wie sein Neustart als Auszubildender zum Steuerfachangestellten nach Studienabbruch gelungen ist, erzählt Robert Schömburg aus Leipzig auf dem Onlineportal www.studienabbruch-und-dann.de: https://www.studienabbruch-und-dann.de/de/nach-der-notbremse-um-steuern-1822.php


Logoleiste FR plus A4 CMYK 03 2020

Einsatzbereich & Inhalte

Bei den Kaufleuten für E-Commerce handelt es sich um einen relativ neuen Ausbildungsberuf, der erst seit dem 1. August 2018 ausgebildet wird. Wie bei anderen Kaufleuten auch spielen Einkauf, Werbung, Logistik, Buchhaltung und Buchhaltung eine große Rolle in ihrer Tätigkeit – neu ist, dass sie vor allem an der Schnittstelle zur IT tätig sind. So wirken sie nicht nur bei der Sortimentsgestaltung und bei der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen mit, sondern präsentieren dieses Angebot verkaufsfördernd in Onlineshops, Social Media oder Blogs. Die Kommunikation mit den Kunden erfolgt häufig via E-Mail, Chat oder telefonisch, wobei auch Anfragen, Reklamationen oder Lieferwünsche entgegengenommen werden. Außerdem betreuen sie Bezahlsysteme, kontrollieren Zahlungseingänge und veranlassen die Übermittlung von Waren und Dienstleistungen. Auch das Marketing und die Erfolgsbewertung von Werbemaßnahmen fallen in den Aufgabenbereich dieses Berufsbildes. Mit Blick auf die kaufmännische Steuerung und Kontrolle sind sie zudem mit der Analyse der Kosten- und Leistungsrechnung betraut und werten Umsatzzahlen sowie betriebliche Prozesse aus.

 

Warum für Studienabbrecher*innen geeignet?

Naheliegend ist dieser Beruf z. B. für Abbrecher*innen betriebswirtschaftlicher Studiengänge, da diese bereits Vorwissen mitbringen. Bei Interesse an kaufmännischen Aufgaben kann diese Ausbildung jedoch auch Abbrecher*innen anderer Fachrichtungen ansprechen. Auch Studiengänge wie Kommunikations- und Medienwissenschaft, die häufig ebenfalls Bereiche wie Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Online-Kommunikation thematisieren, bieten sich aufgrund von Vorwissen an. Kompetenzen im Umgang mit Social Media und dem WWW können jedoch auch aus anderen Studiengängen, Nebenjobs, ehrenamtlichen Tätigkeiten oder Freizeitinteressen stammen.


Voraussetzungen

  • kaufmännisches Denken
  • Sorgfalt
  • Internetaffinität
  • Kommunikations- und Kontaktbereitschaft
  • analytische Fähigkeiten
  • Flexibilität

 

Hard Facts

  • Duale Berufsausbildung
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Verkürzungsmöglichkeit: Die Verkürzung der Ausbildungszeit kann in Absprache mit dem Ausbildungsbetrieb durch einen direkten Einstieg ins zweite Ausbildungsjahr oder am Ende der Ausbildung durch einen Antrag auf vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung ermöglicht werden. Zuständig ist die jeweilige Kammer.
  • Ausbildungsvergütung: zwischen 705 und 850 Euro im ersten, 760 und 955 Euro im zweiten und 885 bis 1.100 Euro im dritten Ausbildungsjahr (Quelle: https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/130926.pdf)
  • Berufsschule: Berufsschulzentrum Oschatz
  • Kammerzugehörigkeit: je nach Unternehmen, zumeist die IHK zu Leipzig (https://www.leipzig.ihk.de/unternehmen/geschaeftsfelder/ausbildung-und-weiterbildung/erstausbildung-umschulung/berufe-von-a-bis-z/kaufmann-frau-im-e-commerce/)


Digitalisierungsfaktor 

5 von 5

 

Perspektiven

  • Arbeitszeiten: Die Arbeitszeiten sind typisch für einen Büroberuf, im Rahmen der Flexibilität ist Gleitzeit oft möglich. Die Bereitschaft zu Schicht- respektive Wochenenddienst ist im Regelfall nicht vonnöten.
  • Arbeitsplatzsicherheit: Der Arbeitsplatz ist bei guten Leistungen und Engagement sehr sicher, gerade im Rahmen des boomenden Onlinehandels sind Fachkräfte in diesem Bereich sehr gefragt.
  • Einstiegsgehalt nach der Ausbildung: Die Einstiegsgehalte nach der Ausbildung bewegen sich zwischen 2.100 und 3.000 Euro, abhängig von der Region und davon, ob es einen Tarifvertrag gibt.
  • Entwicklungspotential: An eine kaufmännische Ausbildung kann sich ein Studium anschließen (z. B. in der Betriebswirtschaft) oder eine berufliche Weiterbildung ins Auge gefasst werden (z. B. Weiterbildung zum geprüften Betriebswirt/ Wirtschaftsfachwirt). Aber auch im Unternehmen selbst kann die Verantwortung nach einiger Zeit Berufserfahrung steigen, z. B. in einer Tätigkeit als Ausbilder*in für diesen Beruf.

 

Ein typischer Arbeitstag…

…07:30 Uhr: Nach der Ankunft im Büro bespreche ich mich kurz mit meinem Ausbilder und den Kolleg*innen. Dabei kläre ich, welche Aufgaben bewältigt werden müssen und finde mich danach an meinem Arbeitsplatz ein, wo E-Mails gecheckt und mein persönlicher Plan für den Arbeitstag gemacht werden.

…08:00 Uhr: Nun werden neue Kunden, die sich für den Webshop registriert haben, von mir angelegt. Anschließend bearbeite ich Bestellungen. Dafür werden z. B. Zahlungseingänge überprüft und Lagerbestände abgeglichen.

…09:30 Uhr: Frühstückspause

…09:45 Uhr: Damit der Webshop funktioniert, müssen jetzt Daten bereinigt und aus Excel-Listen in den Shop übertragen werden. Danach integriere ich ein neues Produkt. Ich achte auf die korrekte Angabe aller Daten und füge das Produktfoto in den Shop ein.

…12:00 Uhr: Mittagspause mit Kolleginnen aus meinem Team im Imbiss um die Ecke

…12:45 Uhr: Der Webshop wird sukzessive in die Unternehmensabläufe implementiert, sodass die anderen Abteilungen und die Geschäftsleitung über den Status quo informiert werden müssen. Deshalb erstelle ich eine Präsentation, die mein Ausbilder und ich für die kommende Teamsitzung benötigen.

…14:30 Uhr: Nach einem abschließenden Gespräch mit meinem Ausbilder bzgl. der morgigen Teamsitzung steht heute noch eine Produktschulung auf dem Plan, die ein Kollege ausgestaltet. Wir beschäftigen uns dieses Mal mit Elektrowerkzeugen, damit ich auch weiß, was wir eigentlich für Produkte verkaufen und diese nicht nur vom Bildschirm kenne.

…16:15 Uhr: Nun noch kurz beim Aufräumen helfen und dann ist ein ereignisreicher Tag vorbei.

 

Mögliche weitere Ausbildungsberufe im kaufmännischen Bereich

z. B. Kaufleute für Groß- und Außenhandel, Industriekaufleute, IT-Systemkaufleute, Kaufleute für Spedition- und Logistikdienstleistungen

 

Quellen und weitere Informationen

  • Die neue Ausbildung interessiert Sie? Schauen Sie sich das Erklärvideo vom Handelsverband [https://www.youtube.com/watch?v=q8BMb0dpGxE&feature=youtu.be] an und erfahren Sie mehr darüber
  • https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/130926.pdf
  • https://www.ausbildung.de/berufe/kaufmann-im-e-commerce/
  • https://www.aubi-plus.de/berufe/kaufmann-im-e-commerce-2005/gehalt/
  • https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/Bildung/BeruflicheBildung/rlp/Kaufmann_im_E-Commerce_17-11-24-E.pdf


Logoleiste FR plus A4 CMYK 03 2020

Einsatzbereich & Inhalte

Industriekaufleute sind ein wichtiger Bestandteil eines jeden Unternehmens, denn sie steuern die betriebswirtschaftlichen Abläufe und übernehmen eine Vielzahl von Tätigkeiten. Man findet sie in fast allen Branchen und kaufmännischen Unternehmensbereichen. Die Einsatzbereiche erstrecken sich von der Materialwirtschaft über das Personal- sowie Finanz- und Rechnungswesen bis hin zum Marketing oder Vertrieb. In der Materialwirtschaft vergleichen sie beispielsweise Angebote, verhandeln mit Lieferanten und lösen Bestellungen aus. Sind sie in den Bereichen Finanz- und Rechnungswesen eingesetzt, bearbeiten, buchen und prüfen sie u. a. die Vorgänge, die im Geschäftsverkehr anfallen. Im Vertrieb erstellen sie beispielsweise Preislisten und führen Verkaufsverhandlungen mit Kunden durch. Im Bereich Personal ermitteln sie zum Beispiel Personalbedarfe und planen den Personaleinsatz.

Industriekaufleute arbeiten in erster Linie im Büro, bewegen sich natürlich aber auch in anderen Räumen wie dem Lager, den Produktionshallen oder in Besprechungsräumen.

Warum für Studienabbrecher*innen geeignet?

Aufgrund der betriebswirtschaftlichen Tätigkeiten hat der Beruf eine große Nähe zum Studium der Betriebswirtschaftslehre und Studienabbrecher*innen aus diesem Bereich bringen bereits Vorkenntnisse mit. Jedoch brauchen Industriekaufleute auch eine gewisse Affinität zu Formulierungen und sprachlichen Details, sodass ehemalige Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften ebenfalls für den Beruf geeignet sind. Je nach Branche können auch Fachkenntnisse beispielsweise aus einem technischen Studium für ein tieferes Verständnis der betrieblichen Abläufe hilfreich sein. Das höhere Lebensalter kann besonders im Kundenkontakt von Vorteil sein. Da die Auszubildenden während ihrer Ausbildungszeit Einblicke in verschiedene Bereiche des Unternehmens bekommen, können sie ihre Stärken und Interessen schärfen.

Voraussetzungen

Diese persönlichen Stärken und Kompetenzen sind für den Berufsalltag als Industriekaufmann/-frau sehr wertvoll:

  • Kaufmännisches Denken
  • Kommunikationsfreudigkeit und Serviceorientierung
  • Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt
  • Verhandlungsgeschick
  • Verschwiegenheit und angemessene Umgangsformen
  • Organisationsgeschick und Planungsfähigkeit
  • Strukturierte Arbeitsweise und selbständiges Arbeiten
  • Hilfreich sind gute Noten in Mathematik (z. B. beim Ermitteln von Kosten), Deutsch (z. B. bei schriftlichen Kundenkontakten) und ggf. Fremdsprachenkenntnisse (z. B. bei internationalen Kundenkontakten).

 

Hard Facts

  • Duale Berufsausbildung im Handwerk sowie in Industrie und Handel
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Verkürzungsmöglichkeit: Die Verkürzung der Ausbildungszeit kann in Absprache mit dem Ausbildungsbetrieb durch einen direkten Einstieg ins zweite Ausbildungsjahr oder am Ende der Ausbildung durch einen Antrag auf vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung ermöglicht werden. Zuständig ist die jeweilige Kammer.
  • Die Ausbildungsvergütung unterscheidet sich je nach Bundesland und Branche. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gibt für die neuen Bundesländer folgende durchschnittliche Ausbildungsvergütungen an, wobei man davon ausgehen muss, dass im Handwerk weniger gezahlt wird als in der Industrie und in den alten Bundesländern mehr als in den neuen: 1. Ausbildungsjahr: 924 €, 2. Ausbildungsjahr: 979 €, 3. Ausbildungsjahr: 1.040 €
  • Berufsschule: Die Ausbildung erfolgt an einzelnen Tagen in der Woche. Im 1. und 2. Lehrjahr besuchen die Auszubildenden die Berufsschule an 2 Tagen in der Woche und im 3. Lehrjahr nur noch an einem Tag. Das Berufliche Schulzentrum 1 befindet sich in Leipzig.
  • Kammerzugehörigkeit: Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer zu Leipzig

 

Digitalisierungsfaktor 

4 von 5

Perspektiven

Arbeitszeiten: Meist klassische Bürozeiten (8:00 Uhr - 17:00 Uhr) und an Werktagen. Je nach Unternehmen gibt es die Möglichkeit von Gleitzeit.

Arbeitsplatzsicherheit: Die Übernahmemöglichkeiten nach der Ausbildung werden als sehr gut angesehen, da Industriekaufleute zu einer Allroundkraft ausgebildet werden und somit in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt werden können. Natürlich kommt es auch auf das persönliche Engagement der*des Einzelnen und die Situation im Unternehmen an.

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung: Nach der abgeschlossenen Ausbildung kann im Durchschnitt mit einem Entgelt von ca. 1.700 EUR bis 2.500 EUR im Monat gerechnet werden. Der Verdienst in diesem Beruf ist von verschiedenen Faktoren abhängig, z. B.  davon, ob der Betrieb tarifgebunden ist, wie die persönlichen Erfahrungen und Qualifikationen sind, wie groß das Unternehmen ist und in welcher Branche es arbeitet. Laut Lohnspiegel der Hans-Böckler-Stiftung bekommen z. B. Mitarbeiter*innen in tarifgebundenen Unternehmen durchschnittlich 3.431 Euro und liegen damit rund 26 Prozent über dem Gehalt ihrer Kolleg*innen in nicht-tarifgebundenen Unternehmen.

Entwicklungspotential: Nach dem erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung gibt es eine Fülle an Weiterbildungsmöglichkeiten. Neben der möglichen Weiterbildung zum*zur Bilanzbuchhalter*in, Industriefachwirt*in oder staatlich geprüften Betriebswirt*in kann man natürlich auch noch einmal ein einschlägiges Fach studieren (z.B. Betriebswirtschaftslehre) und sich damit weitere Berufschancen (z. B. Führungspositionen) eröffnen. Außerdem kann man sich bei den kaufmännischen Weiterbildungen spezialisieren für bestimmte Branchen oder Bereiche, wie z. B. Personal, Marketing, Immobilien, Güterverkehr und Logistik oder auch Medien.

Ein typischer Arbeitstag in einem Logistikunternehmen in der Disposition…

…07:30 Uhr: Erst einmal ankommen im Büro, Fax checken, E-Mails lesen und beantworten und mit der Ausbilderin die Aufgaben für den Tag planen.

…09:00 Uhr: Kurze Frühstückspause. Wir tauschen uns mit den Kolleg*innen über den Wochenplan aus.

…09:15 Uhr: Routenpläne müssen geschrieben werden. Zwischendurch ist Kontakt zu den Fahrer*innen zu halten. Da zwischendurch noch Zeit ist, werden selbständig Aufträge in Onlineportalen gesucht, um die Auslastung zu sichern.

…12:30 Uhr: Mittagspause. Beim Essen im Speisesaal tauschen sich die Auszubildenden über Privates und die Berufsschule aus.

…13:00 Uhr: Arbeitspläne für die Mitarbeiter*innen der Disposition werden erstellt. Außerdem warten Rechnungen darauf geschrieben zu werden und Preisangebote müssen erarbeitet werden. Zwischendurch muss immer wieder auf unerwartete Probleme reagiert werden, weil Fahrer*innen im Stau stehen oder Ware nicht abliefern konnten. Bei einem LKW gibt es technische Probleme. Kunden müssen angerufen und Termine geändert werden.

…16:00 Uhr: Feierabend

Mögliche weitere Ausbildungsberufe im kaufmännischen Bereich

Z. B. Kaufleute für Groß- und Außenhandel, Kaufleute für E-Commerce, IT-Systemkaufleute, Kaufleute für Spedition- und Logistikdienstleistungen

Quellen und weitere Informationen

  • https://www.ausbildung.de/berufe/industriekaufmann/
  • https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/7965.pdf
  • https://www.leipzig.ihk.de/unternehmen/geschaeftsfelder/ausbildung-undweiterbildung/erstausbildung-umschulung/berufe-von-a-bis-z/industriekaufmann-frau/
  • https://www.bsz1leipzig.de/bildungsgaenge/berufsschule/industriekaufleutehttps://www.aubi-plus.de/berufe/industriekaufmann-96/
  • https://www.azubi.de/beruf/ausbildung-industriekaufmann
  • https://www.lohnspiegel.de/html/industriekaufleute.php
  • https://www.bibb.de/dokumente/pdf/a11_dav_Gesamtuebersicht_Ausbildungsverguetungen_2018_alte_neue_Laender.pdf
  • https://www.karrieresprung.de/jobprofil/Industriekaufleute

Logoleiste FR plus A4 CMYK 03 2020
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