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Unsere Gesellschaft ist in vielerlei Hinsicht von Vielfalt geprägt. Vielfalt zeigt sich in unterschiedlichen Lebensentwürfen und Arbeitsformen, in der Diversität von Älteren und Jüngeren, Angehörigen verschiedener Religionen, Weltanschauungen oder Nationalitäten, Menschen mit und ohne Behinderung, Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung und unterschiedlichen Geschlechts, Menschen in unterschiedlichen sozialen Lagen. Für eine tolerante und freie Gesellschaft braucht es den Abbau von ungerechtfertigten Benachteiligungen. Chancengleichheit und ein diskriminierungsfreies (Arbeits-)Leben sind das Ziel.

Für Unternehmen bietet die Auseinandersetzung mit dem Thema Diversität und Diskriminierung vielfältige Chancen: Wettbewerbsfähigkeit, Attraktivität, höhere Problemlösungskompetenz.

Was macht ein trans*freundliches Unternehmen aus?

Wie können Betriebe Trans*Menschen am Arbeitsplatz unterstützen?

Ein Coming-Out kann viele Herausforderungen mit sich bringen, vor allem für die transgeschlechtliche Person selbst, aber auch für das Arbeitskollegium. In unserer Gesellschaft wird es immer noch weitläufig als feststehende Tatsache wahrgenommen, dass Menschen von Geburt an entweder weiblich oder männlich sind.

Auch die zurückhaltenden Reaktionen der Bundesregierung auf die Forderungen einer grundlegenden Reformation des Transsexuellengesetz (TSG) in u.a. dem aktuellen Gesetzesentwurf zur Anerkennung der selbstbestimmten Geschlechtsidentität (Selbstbestimmungsgesetz – SelbstBestG), deuten darauf hin, dass sich diese Vorstellung nicht von heute auf morgen ändern wird.

2018 haben wir gemeinsam mit der Stadt Leipzig - Referat für Gleichstellung von Frau und Mann, dem Gleichstellungsbüro der Universität Leipzig und dem Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig die Ausstellung „Trans* in der Arbeitswelt“ nach Leipzig geholt. Von Oktober 2018 bis März 2019 war sie an vier verschiedenen Orten zu besichtigen.

Das während der Ausstellungszeit gesammelten Informationen und Erfahrungsberichte möchten wir gern auf unserer Homepage einem breiteren Publikum zur Verfügung stellen:

  • Informationen und
  • Experteninterviews, die wir im Verlauf der Ausstellung geführt haben
  • Erfahrungen aus dem Projekt Open Saxony! (OSX) zu Diversität und Anti-Diskriminierung in Unternehmen
  • Ergebnisse aus der Studie „Benachteiligung von Trans*Personen, insbesondere im Arbeitsleben“ (2010)
  • Handlungsempfehlungen zur geschlechtlichen Vielfalt im Arbeitskontext auf Basis des Gutachtens „Geschlechtlicher Vielfalt im öffentlichen Dienst“ (2017)
  • Linkliste mit Anlaufstellen und Organisationen im Kontext Trans*

Trans* ist als Oberbegriff für transgender, transsexuell, transident etc. zu verstehen und schließt alle Menschen ein, die sich nicht (nur) mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren. Das „*“ steht für eine Vielzahl an Geschlechtsidentitäten, also für mehr als nur Frau und Mann. Es ist besser, die Begriffe Transgeschlechtlichkeit oder Trans* zu verwenden, statt Transsexuell. Denn dieser Begriff wird in der Regel im medizinischen Bereich verwendet und von vielen Trans*Menschen abgelehnt.

Quelle: Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung: Materialien zum Thema Transgeschlechtlichkeit, Trans* in Arbeit  https://www.berlin.de/sen/lads/schwerpunkte/lsbti/materialien/transgeschlechtlichkeit/

Die Ausstellung zeigt zwölf Einzelporträts transgeschlechtlicher Menschen in ihrem jeweiligen Arbeitsumfeld, zum Beispiel in Büros, als Lehrende oder LKW-Fahrende. Die Fotografien machen Lebensgeschichten, Diskriminierungs- und Erfolgserfahrungen transgeschlechtlicher Menschen sichtbarer und regen an, über ihre Situation im Arbeitsleben nachzudenken.

„Trans* in der Arbeitswelt“ wurde von der Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung (Berlin) konzipiert und ist als Wanderausstellung unter der künstlerischen Leitung der Fotografin Anja Weber entstanden.

Von Leipzig wanderte die Ausstellung im April 2019 weiter nach Bremen. Dort ist sie bis zum 30. August 2019 an der Universität zu besichtigen.

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie hier:

https://www.berlin.de/sen/lads/sensibilisierung/kampagnen/trans-in-arbeit/

Begleitmaterial zu der Ausstellung finden Sie hier:

https://www.berlin.de/sen/lads/schwerpunkte/lsbti/materialien/transgeschlechtlichkeit/

Im Vorfeld des Ausstellungsgesprächs „Trans* in der Arbeitswelt“ am 16.01.2019 haben wir mit Dipl. Soz. Alexander Naß gesprochen:

Alexander Naß studierte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Soziologie auf Diplom. An eben dieser Hochschule unterrichtete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter zu quantitativen Methoden. Sein Forschungsschwerpunkte sind die Soziologie des Körpers, Queer-Theorien und Transidentitäten. Er ist Berater in Sachen Transgeschlechtlichkeit und hat etliche Bücher zu Trans*Themen veröffentlicht. Weitere Informationen zu seiner Person und seinen Veröffentlichungen finden Sie hier

KOWA: Herr Naß, am 16.01. wandert die Ausstellung „Trans* in der Arbeitswelt“ zu ihrem letzten Standort in Leipzig – der Volkshochschule. Was wären für Sie Gründe, die Ausstellung zu besuchen?

Dipl.-Soz. Alexander Naß: Ich selbst habe mich dafür eingesetzt die Wanderausstellung im Umfeld des Kongresses „Geschlechtliche Vielfalt (er)leben“ von Trans-Inter-Aktiv in Mitteldeutschland e.V. (TIAM e.V.) 2017 nach Magdeburg zu holen und sie in diesem Rahmen dort selbst besucht. Ich empfinde die Fotoausstellung als sehr wichtig, da sie die abgebildeten trans* Personen im Kontext ihrer alltäglichen Berufswelt zeigt. Dies ist deshalb so wichtig, weil damit endlich mal ein Bild von Trans* gezeichnet wird, das fernab der reißerischen Medienberichte liegt.
Zwei Aspekte sind für mich hierbei zentral:
Einerseits ist gerade die Erwerbstätigkeit für viele trans* Menschen noch immer stark mit dem Erleben von Diskriminierung verknüpft. Überdurchschnittlich viele trans* Personen sind nach ihrem Outing und erfolgter Transition auch heute noch arbeitslos oder erhalten trotz Studienabschluss deutlich weniger Gehalt als ihre cis Kolleg*innen [Erklärung zu cis s.u.]. Die Zufriedenheit und Angekommen-Sein ausstrahlenden Portraits zeigen auf, wie gut es trans* Menschen in einer diskriminierungsfreien Gesellschaft gehen könnte.
Andererseits zeigen die Aufnahmen den Betrachter*innen die unaufgeregte Gleichheit des Alltags von trans* und cis Menschen. Natürlich nimmt das Trans*-Sein für einen gewissen Zeitraum eine besondere Stellung im Leben der betreffenden Menschen ein, jedoch werden andere Lebensaspekte umso schneller wieder tragend, je weniger sie sich mit Diskriminierung auseinandersetzen müssen. Dies sind dann Lebensbereiche, wie sie die meisten Menschen kennen: der Beruf, die Partnerschaft, die (eigene) Familie, enge Freundschaften, Hobbys.
Auch über diesen Zugang trägt die Ausstellung sehr zum reflektierten Nachdenken über die Sinnlosigkeit diskriminierenden Verhaltens bei.

KOWA: Aus Ihrer langjährigen Erfahrung als Forscher zum Thema Trans*: Welchen Tipp haben Sie für trans* Personen?

Dipl.-Soz. Alexander Naß: Im Rahmen meiner Forschungen, als auch meiner Arbeit als Berater hatte ich im Laufe der Jahre Einblick in die Biografien von über 1.000 trans* Menschen. Vor diesem Hintergrund erscheint mir der wichtigste Tipp, das eigene Gefühl von Anfang an ernst zu nehmen und die eigenen Wünsche nicht (für andere Menschen) in eine ferne Zukunft zu verschieben. Die meisten trans* Menschen wissen frühzeitig um ihr Fühlen, jedoch vergehen meist noch Jahre aus Rücksicht auf das soziale Umfeld. Diese Zeit ist häufig ausschlaggebend für das intensive Leiden und nicht die Erkenntnis selbst. Es ist auch jene Zeit, die später oftmals als verlorene Zeit empfunden wird, jedoch nichts am schlussendlichen Weg verändert hat.
Deshalb mein Tipp: Gleich das Gespräch mit engen Freunden und nahestehenden Verwandten suchen und nicht jahrelang über deren mögliche Reaktionen in den wildesten Fantasien spekulieren. Deren Reaktion wird sich nicht positiver oder negativer gestalten, nur weil Zeit verstrichen ist.

KOWA: Was war das schönste Erlebnis in Ihrer Arbeit mit trans* Personen?

Dipl.-Soz. Alexander Naß: Für mich ganz persönlich ist es immer wieder das schönste Erlebnis, in der Beratungsarbeit mit den Menschen direkt an deren Entwicklung teilhaben zu können. Sehr häufig kommen die Menschen zu mir und haben ganz viele Zweifel im Gepäck, trauen ihrem eigenen Urteilsvermögen nicht über den Weg und denken mehr an ihr Umfeld als an ihre eigenen Bedürfnisse. Zu sehen, wie diese Menschen im Laufe der Zeit mehr und mehr eins mit sich werden und diese Zufriedenheit dann auch ausstrahlen können, ist für mich immer wieder das schönste Erlebnis.
Für mich selbst ist die Beratung nur ein Teilaspekt meiner Arbeit, aber für die sich outenden trans* Menschen verändert sich alles. Die häufige Rückmeldung, sich in dieser Situation des Umbruchs bei mir vorbehaltlos aufgehoben zu fühlen, ist für mich stets ein Erfolgserlebnis.

KOWA: Vielen Dank für das Gespräch!

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cis steht für Cisgender und bezeichnet Personen, deren Geschlechtsidentität mit dem Geschlecht übereinstimmt, dem sie nach der Geburt zugeordnet wurden.

Im Vorfeld der Vernissage zur Ausstellung „Trans* in der Arbeitswelt“ am 18.10.2018 haben wir mit Dr. Kurt Seikowski gesprochen:

PD Dr. Kurt Seikowski ist Diplompsychologe und Psychologischer Psychotherapeut. Er arbeitet am Universitätsklinikum Leipzig. Kurt Seikowski ist Mitglied der „Gesellschaft für Sexualwissenschaft e.V.“ (GSW, war 15 Jahre lang deren Vorsitzender) und hat an der S3- Leitlinie „Geschlechtsinkongruenz, Geschlechtsdysphorie und Trans-Gesundheit: Diagnostik, Beratung, Behandlung" mitgewirkt.

KOWA: Herr Seikowski, wir freuen uns sehr, Sie als Gast bei unserer Vernissage begrüßen zu können. Was hat Sie bewegt, den heutigen Abend mit uns im Augusteum zu verbringen?

PD Dr. Kurt Seikowski: Ich betreue seit 1984 transidente Personen, habe über die vielen Jahre miterlebt, mit welchen Problemen sie konfrontiert sind, aber auch mit welchen Schwierigkeiten sie im Gesundheitssystem zu kämpfen haben, was ihnen alles abverlangt wird, um endlich so leben zu können, wie sie sich schon lange fühlen. Und da fühle ich mit, fühle mich mit diesen Personen sehr verbunden.

KOWA: Aus Ihrer langjährigen Erfahrung als Psychologe: Welchen Tipp haben Sie für Menschen, die über Ihre Geschlechtsidentität grübeln?

PD Dr. Kurt Seikowski: Suchen Sie den Kontakt zu Fachleuten – aber nur zu solchen, die mit der Thematik vertraut sind. Gehen Sie in Selbsthilfegruppen, tauschen Sie sich mit anderen aus, vergleichen Sie sich mit denen – Ist es wirklich, was ich will oder gehöre ich noch woanders hin.

KOWA: Was war das schönste Erlebnis [bzw. größter Erfolg] in Ihrer Arbeit mit Trans*personen?

PD Dr. Kurt Seikowski: Es sind immer wieder die individuellen Erfolge für jede einzelne Person, wenn sie dann am Ziel ist – häufig auch wegen der vielen Widerstände durch den Medizinischen Dienst der  Krankenversicherung (MdK), der den Betroffenen immer wieder Behandlungen zu verweigern versucht mit Argumenten, die schon lange nicht mehr zeitgemäß sind.

KOWA: Vielen Dank für das Gespräch!

Erfahrungen aus dem Projekt Open Saxony! (OSX)

Zu dem Ausstellungsgespräch am 16.01.2019 haben wir auch das Projekt Open Saxony! (OSX) der Courage – Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V. eingeladen. Wir interessierten uns für ihre Erfahrungen mit Unternehmen in Bezug auf die Öffnung für die Themen Diversität, Diskriminierung und Rassismus. Unsere Hypothese war, dass sich viele der im Projekt gemachten Erfahrungen auch auf den Umgang mit dem Thema Trans* in der Arbeitswelt übertragen lassen.

Was sind die Motivationen von Unternehmen, sich den Themen Diversität und Diskriminierung zu stellen?

  • die eigene humanistische Einstellung, ein Problembewusstsein für die Situation in Sachsen sowie der Wunsch, etwas für die Mitarbeitenden zu tun
  • die eigene Erfahrungen mit Diskriminierung sowie Erfahrungen von Mitarbeitenden
  • die Notwendigkeit zur Öffnung für Diversität im Kollegium aufgrund von Fachkräftemangel
  • eine positive Wahrnehmung des Unternehmens in der Öffentlichkeit und gegenüber Kund*innen und Auftraggeber*innen

Was sind mögliche Hürden für Unternehmen, sich den Themen zu widmen?

  • Wirtschaftlichkeit: wenn sich Maßnahmen für Diversität nicht rechnen und der wirtschaftliche Nutzen nicht sichtbar ist
  • Politische Positionierung: wenn Unternehmen als (partei-)politisch neutral wahrgenommen werden wollen
  • Unkenntnis: wenn Unternehmen das Thema (noch) nicht im Blick haben oder es an Wissen fehlt, wie das Thema bearbeitet werden kann
  • Keine Betroffenheit: wenn Unternehmen finden, dass sie das Thema nicht betrifft bzw. nicht relevant für sie ist
  • Andere thematische Fokussierung: wenn sich Unternehmen in ihren Aktivitäten schon auf z.B. das Thema Migration fokussieren
  • Verbreitung von diskriminierendem Denken unter den Mitarbeiter*innen

Wie kann das Thema Diversität in einem Unternehmen angegangen werden?

  • Stellen Sie zu einem bereits bestehendem Leitbild, einer Unternehmensphilosophie oder einem Code of Conduct einen Bezug her.
  • Achten Sie beim Start der Auseinandersetzung auf konkrete Anknüpfungspunkte der Mitarbeiter*innen zu dem Thema.
  • Führen Sie eine Bedarfsanalyse für das Unternehmen durch.
  • Informieren Sie sich über bereits erfolgreiche Ansätze in anderen Unternehmen.
  • Klären Sie finanzielle, zeitliche und personelle Ressourcen.
  • Führen Sie Probeworkshops zum Testen der Bildungsangebote im Bereich Diversität durch.
  • Starten Sie die Bildungsmaßnahmen mit der Zielgruppe der Führungskräfte, darauf aufbauend später mit weiteren Mitarbeiter*innen.

Weitere Informationen zum Projekt Open Saxony! (OSX) finden Sie unter www.netzwerk-courage.de/osx

Benachteiligung von Trans*Personen, insbesondere im Arbeitsleben (2010)

Expertise von Jannik Franzen, Dipl.-Psych. und Arn Sauer, M. A. im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Im Folgenden werden die zahlreichen und sehr differenzierten Ergebnisse zum Forschungsstand komprimiert zusammengefasst. Es werden dabei Tendenzen nachgezeichnet, die mit den einzelnen Lebensrealitäten von Trans*Personen übereinstimmen können, aber nicht müssen. In diesem Sinne soll hervorgehoben werden, dass es zunehmend Positivbeispiele für den Abbau von Benachteiligungen und Diskriminierung gibt, vor allem dank des Engagements der LSBTTIQ*-Community.

Die Studienergebnisse wurden für das Ausstellungsgespräch „Trans* in der Arbeitswelt“ am 16.01.2019 aufbereitet und dort vorgestellt sowie diskutiert.

 

Wie äußern sich Benachteiligung und Diskriminierung von Trans*Personen?

  • Trans*Personen haben tendenziell größere Schwierigkeiten einen Arbeitsplatz zu finden. Hauptgründe dafür seien Anforderungen des Passings (dass eine Person von anderen als Angehörige*r des gelebten bzw. dargestellten Geschlechts erkannt und behandelt wird) sowie die Normen der Binarität (Zweigeschlechtlichkeit: Mann/Frau)
  • Trans*Personen haben tendenziell weniger Chancen bei Bewerbungen, bzw. werden im Bewerbungsverfahren gar nicht berücksichtigt.
  • Von Ungleichbehandlung bei der Einstellung sind vor allem Trans*Personen ohne medizinische Geschlechtsangleichung und prä-operative Personen ohne sicheres Passing betroffen.
  • Es gibt Kündigungen oder Kündigungsdrohungen, insbesondere in der Phase der Angleichung.
  • Es wurde davon berichtet, dass Trans*Personen der Zugang zu Trainingsmaßnahmen der Arbeitgeber*innen verwehrt wird.
  • Trans*Personen werden bei Beförderungen benachteiligt, trotz vergleichbarer Qualifizierung.
  • Das Arbeitsumfeld ist meist heteronormativ strukturiert, das heißt es wird von der Zweigeschlechtlichkeit und einer heterosexuellen Orientierung als Norm ausgegangen. Das zeigt sich u.a. in geschlechtsspezifischer Berufskleidung, Dresscodes, Geschlechtertrennung und Toiletten.
  • Es gibt eine Diskrepanz zwischen Qualifikation und Einkommen von Trans*Personen.
  • Berichte über positive Reaktionen seitens Kollegium und Vorgesetzten sind eher selten.
  • Trans*Personen erleben Gewalt in ihrem Arbeitsumfeld: vor allem Beschimpfungen, Tratsch, Spott über das Privatleben, unnötige Kritik, störende Neugier.
  • Es sind große Defizite bzgl. Gleichstellungsmaßnahmen in Unternehmen festzustellen.

 
Welche Schwierigkeiten begegnen Trans*Personen darüber hinaus?

  • bei der Arbeitssuche: Nichtübereinstimmung des gelebten und in Dokumenten ausgewiesenen Geschlechts
  • langwierige und kostenintensive Verfahren der rechtlichen Anerkennung und Personenstandsänderung
  • Voraussetzung für Personenstandsänderung und behördliche Anerkennung der Identität ist meist ein diagnostisches, medizinisches Verfahren, nicht alle bestehen dieses


Welche Defizite sind mit Blick auf die Arbeitgeber*innen darüber hinaus zu verzeichnen?

  • Es gibt zu wenig Qualifikationsmaßnahmen seitens der Arbeitgeber*innen für ihre Mitarbeitenden.
  • Es gibt eine hohe Unkenntnis der Vorgesetzten, z.B. über Transition (Geschlechtsangleichung). Deshalb können sie es auch ihren Mitarbeiter*innen schlecht erklären.
  • Gewerkschaften beraten Arbeitnehmer*innen unzureichend und haben nicht genügend Informationsmaterial.

 

Mögliche Folgen der Benachteiligung und Diskriminierung für Trans*Personen

  • Angst vor Diskriminierung
  • sinkendes Wohlbefinden
  • Gefühl, nicht kompetent zu sein
  • Aufgabe des Arbeitsplatzes während / vor der Transition
  • teils Wahl der Selbständigkeit
  • Doppelleben im Prozess des Übergangs
  • durchschnittlich weniger Vollzeitbeschäftigung
  • z.T. hohe Arbeitslosigkeitsraten
  • Trans*Frauen nach ihrer Transition etwas häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen
  • kein Wechsel des Geschlechts aus beruflichen Gründen

Die gesamte Studie ist abrufbar unter: http://www.transinterqueer.org/download/Publikationen/benachteiligung_von_trans_personen_insbesondere_im_arbeitsleben.pdf

Darüber hinaus ist eine wichtige Folge und Fakt, dass sich Trans*Personen sowie mit ihnen solidarische Personen organisieren und engagieren. In der Linkliste finden Sie eine Auswahl an Organisationen und Initiativen.

 

...zur geschlechtlichen Vielfalt im Arbeitskontext

aus Fuchs, Wiebke u. a. (2017): Gutachten: Geschlechtliche Vielfalt im öffentlichen Dienst. Empfehlungen zum Umgang mit Angleichung und Anerkennung des Geschlechts im öffentlichen Dienst, Bundesvereinigung Trans* e.V. mit Förderung durch das BMFSFJ, Berlin, S. 12-14

Die Handlungsempfehlungen wurden im oben genannten Gutachten für den öffentlichen Dienst aufgestellt, ihre Umsetzung ist aber auch in allen anderen Arbeitskontexten erstrebenswert. Zusammenfassend werden folgende Leitsätze formuliert. Die vollständige Empfehlung nebst Erläuterungen können im unten verlinkten PDF-Dokument nachgelesen werden.

Grundsätze

  1. 1. Die Beschäftigten und insbesondere die Führungskräfte haben sicherzustellen, dass alle Beschäftigten ihre geschlechtliche Identität und ihren Geschlechtsausdruck offen und ohne Angst vor negativen Folgen leben können.
  1. 2. Für jede Behörde oder Einrichtung des öffentlichen Dienstes ist eine Stelle zuständig, die Beschäftigte oder Bewerber_innen bei Bedarf, insbesondere vor oder in der Phase der Angleichung bzw. Anerkennung des Geschlechts, berät.
  1. 3. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes müssen in der Lage sein, mit der Verschiedenheit und Vielfalt der Belegschaft umzugehen (Diversity-Kompetenz). Von ihnen wird erwartet, dass sie eine diversitätsbewusste Haltung entwickeln und alle Personen respektvoll und unvoreingenommen behandeln.
  1. 4. Führungskräfte und Vorgesetzte haben in Ausdruck ihrer allgemeinen Fürsorgepflicht zusammen mit der Personalstelle, den Beschäftigtenvertretungen und gegebenenfalls den Gleichstellungsbeauftragten eine besondere Verantwortung bei der Begleitung und Unterstützung von Beschäftigten in der Phase der Angleichung bzw. Anerkennung des Geschlechts.

Kommunikation, Dokumentation

  1. 5. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, die ihre geschlechtliche Angleichung bzw. Anerkennung (dienst-)öffentlich machen wollen, sollen ihre vorgesetzten Personen informieren. Dabei kann eine Person des Vertrauens (z. B. Gleichstellungsbeauftragte_r, Beschäftigtenvertretung) hinzugezogen werden.
  1. 6. Im täglichen Umgang wie auch in Dokumentation und Unterlagen ist auf eine Sprache mit angemessenen Begriffen zu achten, die der Selbstbestimmung einer Person in oder nach der Angleichung bzw. Anerkennung des Geschlechts entspricht.
  1. 7. Einer verbeamteten Person, deren Vornamen oder Geschlechtseintrag im Personenstand rechtlich gültig geändert oder berichtigt worden sind, sind Zeugnisse, Zertifikate, Urkunden, Bescheinigungen und Arbeitszeugnisse auf Antrag als Zweitschrift mit dem gegenwärtigen Datum auszustellen. Die Zweitschrift soll die äußere Form der ursprünglichen Urkunde erhalten und keine Angabe zum Grund der Neuausstellung enthalten. Einer Person, die privatrechtlich im öffentlichen Dienst beschäftigt ist oder war, ist ein Arbeitszeugnis, das der Person vor der rechtlich gültigen Änderung oder Berichtigung ihres Vornamens oder Geschlechtseintrags im Personenstand erteilt wurde, unter Anpassung nur der Angaben zum Vornamen und zum Geschlecht – im Übrigen aber unverändert – neu zu erteilen.
  1. 8. Neue Vornamen, das korrekte Personalpronomen und die korrekte Anrede sind spätestens ab dem Zeitpunkt zu verwenden, zu dem die Vornamen bzw. das Geschlecht im Personenstand rechtlich gültig geändert oder berichtigt worden sind. Soweit möglich, soll darauf hingewirkt werden, dass neue Vornamen, das korrekte Personalpronomen und die korrekte Anrede auch schon ab dem Zeitpunkt verwendet werden, ab dem die Person in der Phase der Angleichung bzw. Anerkennung ihres Geschlechts dies wünscht.
  1. 9. In Bewerbungsverfahren sind die von einer Person angegebenen Vornamen, das Personalpronomen sowie das Geschlecht nach Selbstauskunft zu verwenden, auch wenn diese nicht mit den Daten in den Bewerbungsunterlagen bzw. Personalakten übereinstimmen.

Vertraulichkeit

  1. 10. Informationen über vorherige Namen, Geschlecht, gesundheitlichen Status und vergleichbare Informationen sind vertraulich zu behandeln und von Vorgesetzten, Personalstellen sowie weiteren Stellen nur aus besonderem Grund zu erfragen. Kolleg_innen und weitere Mitarbeiter_innen sind auf die Vertraulichkeit und das gesetzliche Offenbarungsverbot hinzuweisen.

Arbeitskleidung, Kleidungsvorschriften

  1. 11. Es ist zu gewährleisten, dass die Beschäftigten sich entsprechend ihrer geschlechtlichen Identität kleiden und im äußeren Erscheinungsbild ausdrücken können. Vorgaben zum äußeren Erscheinungsbild im Übrigen bleiben unberührt.

Sanitäre Anlagen, Umkleiden

  1. 12. Alle Beschäftigten benutzen die sanitären Anlagen und Umkleiden, die (am ehesten) ihrem (Identitäts-)Geschlecht entsprechen, sobald dieses dienstöffentlich ist. Im Konfliktfall ist es keine Alternative, die Person in der Phase der Angleichung bzw. Anerkennung des Geschlechts auf gesonderte sanitäre Anlagen oder Umkleideräume zu verweisen. Soweit bei einer Person ein Unbehagen nicht ausgeräumt werden kann, wird diese dabei unterstützt, Ausweichräume zu finden.
  1. 13. Es ist zu prüfen, ob es Toilettenräume mit nur einer Toilette gibt, die jeweils geschlechtsneutral zu beschriften sind. Weiterhin kann in Toilettenanlagen mit mehreren Toiletten durch bauliche Maßnahmen die entsprechende Privatsphäre hergestellt werden. Planung der geschlechtlichen

Angleichung und Anerkennung, Abwesenheitszeiten

  1. 14. Es wird empfohlen, dass die Person in der Phase der Angleichung bzw. Anerkennung ihres Geschlechts und die_der Vorgesetzte (ggf. unter Beteiligung der Beschäftigtenvertretung und der_dem Gleichstellungsbeauftragten) gemeinsam einen Plan für diesen Zeitraum am Arbeitsplatz erstellen und diesen je nach Erfordernissen im Verlauf anpassen und korrigieren.
  1. 15. Vorgesetzte sollen im rechtlichen Rahmen zeitliche Flexibilität für ärztliche Termine und Abwesenheitszeiten einräumen, die zur Angleichung bzw. Anerkennung des Geschlechts notwendig sind.

Beschwerdemanagement

  1. 16. Es ist ein Verfahren einzurichten, in dem Fälle der Diskriminierung oder Belästigung im Zusammenhang mit der geschlechtlichen Identität oder dem Geschlechtsausdruck vertraulich gemeldet werden können. Es ist zu gewährleisten, dass jedem gemeldeten Fall unverzüglich nachgegangen wird. Soweit bestehende Stellen und Einrichtungen (etwa die betriebliche AGG-Beschwerdestelle) im Rahmen dieses Verfahrens mitwirken, sind sie hierfür zu qualifizieren.

Aus-, Fort- und Weiterbildung, Sensibilisierung

  1. 17. Um Konflikten und Diskriminierungen vorzubeugen, werden Fortbildungen für Personalverantwortliche, Beschäftigtenvertretungen, Führungskräfte, Fachvorgesetzte und Kolleg_innen zum Ablauf und Umgang mit einer Angleichung bzw. Anerkennung des Geschlechts angeboten oder es wird die Möglichkeit zur Fortbildung eingeräumt. Es sind geeignete Maßnahmen zu treffen, um die berechtigten Wünsche von Kolleg_innen nach Informationen angemessen zu beantworten.

Quelle:
https://www.bmfsfj.de/blob/116512/a6ba369ebb6df06acdf04547d61dedbc/imag-band-10-geschlechtliche-vielfalt-im-oeffentlichen-dienst-data.pdf

 

Berufseinstiegsworkshop für Studierende in Zusammenarbeit mit der IG Metall

Häufig hängt das Gehalt nicht nur vom Abschluss und der Note ab. Welches Einstiegsgehalt ist eigentlich branchen- und regionsüblich? Welche Rolle spielen Tarifverträge – und worauf sollte ich noch bei der Wahl des zukünftigen Arbeitgebers achten? In diesem Workshop für Studierende der HTWK Leipzig (HAW) bespricht Dozentin Isabella Rogner (IG Metall) mit den Studierenden alles, was beim Berufseinstieg wichtig ist: der aktuelle Arbeitsmarkt für Akademiker*innen, Tipps für das Vorstellungsgespräch und die Gehaltsverhandlung, Informationen über Einstiegsgehälter, Tücken beim Arbeitsvertrag und mehr.

Termin: 23. Mai 2019 15.30 – 18.00 Uhr an der HTWK Leipzig

https://kowa-leipzig.de/veranstaltungen


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Wanderausstellung „Trans* in der Arbeitswelt“ nun an der Universität Bremen zu sehen

Bis Ende März war die Fotoausstellung „Trans* in der Arbeitswelt“ an der Universität Leipzig und der Volkshochschule Leipzig zu sehen, nun kann man sie bis Ende August an der Universität Bremen anschauen (https://www.uni-bremen.de/diversity-management/aktuelles/). Das Interesse an der Ausstellung, welche in großformatigen Einzelportraits transgeschlechtliche Menschen in unterschiedlichen Berufen und Arbeitsumfeldern zeigt, ist ungebrochen groß. Bis Jahresende sind alle Exemplare verliehen, so die Berliner Senatsverwaltung, die die Ausstellung betreut. Das ist auch die Erfahrung der Leipziger Veranstalterinnen KOWA, Gleichstellungsbüro der Universität Leipzig, Referat Gleichstellung der Stadt Leipzig sowie Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung. Die Vernissage im Oktober 2018 und das Ausstellungsgespräch in Januar 2019 wurden mit großem Interesse aufgenommen.

Fachtag zum Thema Fachkräftesicherung durch (gute) Ausbildung

Das Thema Fachkräftesicherung wird immer wieder im Zusammenhang mit dem Erhalt und dem Ausbau der regionalen Wirtschaft benannt. Es wird von drohendem Fachkräftemangel gesprochen, der in einigen Branchen sogar schon eingetreten sei. Eine Möglichkeit, dem langfristig entgegen zu wirken, ist die duale Berufsausbildung. Doch nur 14 Prozent der Unternehmen in Ostdeutschland bilden aus, in Westdeutschland sind es immerhin 21 Prozent. Gleichzeitig ist die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger seit einigen Jahren höher als die Zahl der Anfänger in der dualen Berufsausbildung. Vor allem Betriebe im Handwerk haben zunehmend Probleme, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Der Fachtag, der innerhalb des JOBSTARTERplus-Projekts Plan B(eruf) stattfindet, widmet sich den Fragen, wie sich die zunehmende Akademisierung auf die beruflich-betriebliche Bildung auswirkt, wie der sächsische Ausbildungsmarkt aussieht, sowohl aus Sicht der Unternehmen als auch aus Sicht der Jugendlichen und was Unternehmen selbst tun können, um zukünftige Fachkräfte zu gewinnen. Dabei geht es nicht nur darum, sich verstärkt an der Ausbildung zu beteiligen, sondern auch, diese attraktiv und qualitätsvoll zu gestalten, damit junge Menschen sich für diesen Weg entscheiden.

Termin: 19. September 2019, 10.30 Uhr – 14.30 Uhr

www.kowa-leipzig.de/veranstaltungen

 

Zusammenarbeit mit Studierenden der Wirtschaftspädagogik

Im Rahmen des Projekts „Plan B(eruf)“ der Kooperationsstelle Leipzig, welches Studienabbrecher*innen neue Perspektiven in Form einer dualen Berufsausbildung nahe bringt, fand im Wintersemester 2018/19 eine erfolgreiche und inspirierende Zusammenarbeit mit Studierenden des Masterstudiengangs Wirtschaftspädagogik an der Universität Leipzig statt. Im Seminar „Entwicklungsorientierte Berufsberatung. Der Weg von der Universität in eine erfolgreiche Berufsausbildung“ beschäftigten sich die Studierenden mit dem dualen Ausbildungssystem in Deutschland und speziell mit Ausbildungsberufen. Bei den Recherchen führten sie Interviews in Betrieben, u. a. mit Auszubildenden durch. Die Ergebnisse werden derzeit nach und nach von der Kooperationsstelle aufbereitet und unter der Rubrik „Kurs nehmen auf… Ausbildungsberufe“ interessierten Studienabbrecher*innen vorgestellt.

https://kowa-leipzig.de/plan-b/kurs-nehmen-auf

 

Relaunch des KOWA-Flyers

Der Flyer, mit dem die Kooperationsstelle Leipzig nach außen auftritt, hat ein neues Design erhalten und wurde inhaltlich überarbeitet:
kowa flyer 2018 Seite 1

(Download)

Einsatzbereich & Inhalte

Technische Anlagen müssen in der Industrie jederzeit wie „geschmiert“ laufen, um Stillstand zu vermeiden. Industriemechaniker*innen stellen sicher, dass die großen Maschinen stets betriebsbereit sind. Neben dem Überwachen und Optimieren von Fertigungsprozessen, erlernt man die Herstellung von Bauteilen und Baugruppen, um die Produktionsanlagen einrichten und umbauen zu können.

Egal ob Schleifen, Fräsen oder Feilen – als Industriemechaniker*in lernt man alle Techniken der Metallbearbeitung und ist am Ende der Ausbildung der*die Allrounder*in in allen Industriebetrieben. Neben diesen handwerklichen Tätigkeiten erlangt man außerdem Kenntnisse im betrieblichen Qualitätsmanagement, im Nutzen von IT – besonders in digitalisierten Prozessen – sowie zur Informationssicherheit. Während der Ausbildung werden also u. a. folgende Inhalte vermittelt:

  • Werkstoffe kennenlernen und erfahren, welche man wann verwendet
  • Werkstücke und Bauteile herstellen oder bestellen und dann einbauen
  • Einzelne Teile zu ganzen Maschinen montieren, in Betrieb nehmen und instand halten
  • Technische Zeichnung auswerten und eigene Montagezeichnungen anfertigen
  • Wartungs- und Inspektionspläne erstellen
  • Arbeitsabläufe planen und organisieren
  • Fehler finden und beseitigen
  • Kunden und Kollegen*innen einweisen

Wie in vielen gewerblich-technischen Berufen findet der Theorieunterricht nicht nur im Klassenraum statt, sondern auch in Übungswerkstätten statt. Im praktischen Teil im Betrieb lernt man zudem das zukünftige Arbeitsumfeld kennen.

Die Ausbildung zum Industriemechaniker oder zur Industriemechanikerin wird in vier Einsatzgebieten angeboten. Auf welches Einsatzgebiet der Ausbildungsbetrieb setzt, ist meist schon in der Stellenausschreibung ersichtlich. Die Einsatzgebiete sind:

  • Feingerätebau
  • Instandhaltung
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Produktionstechnik

 

Warum für Studienabbrecher*innen geeignet?

Die Ausbildung bietet viel Abwechslung und Bewegung und fordert sowohl den Kopf als auch die Hände. Schon während der Ausbildung stehen zahlreiche Weiterbildungs- und Spezialisierungsmaßnahmen zur Verfügung und fördern so die individuellen Interessen des*der Auszubildenden im Berufsfeld. Zudem bietet der Beruf eine sichere berufliche Perspektive.

Voraussetzungen

Diese persönlichen Stärken sind im Berufsalltag sehr nützlich:

  • Handwerkliches Geschick
  • Technisch-logisches Verständnis
  • Gute Noten in Mathe, Physik und Informatik
  • Sicherer Umgang mit Daten und Zahlen
  • Gutes räumliches Vorstellungsvermögen
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
  • Faszination an Konstruktion und Innenleben großer Maschinen
  • Spaß an praktischen Tätigkeiten, wie dem Einrichten von Maschinen oder dem Montieren von Baugruppen
  • Keine Abneigung gegen Rauch, Staub, Dampf, Lärm und dem Arbeiten mit Ölen und Fetten


Hard Facts

  • Duale Berufsausbildung
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Verkürzungsmöglichkeit: Die Verkürzung der Ausbildungszeit kann in Absprache mit dem Ausbildungsbetrieb durch einen direkten Einstieg ins zweite Ausbildungsjahr oder am Ende der Ausbildung durch einen Antrag auf vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung ermöglicht werden. Zuständig ist die jeweilige Kammer.
  • Beispielhafte Ausbildungsvergütungen (brutto) pro Monat:
    • 1. Ausbildungsjahr: € 440 bis € 842 (Handwerk*), € 976 bis € 1.047 (Industrie*)
    • 2. Ausbildungsjahr: € 490 bis € 885 (Handwerk*), € 1.029 bis € 1.102 (Industrie*)
    • 3. Ausbildungsjahr: € 530 bis € 957 (Handwerk*), € 1.102 bis € 1.199 (Industrie*)
    • 4. Ausbildungsjahr: € 570 bis € 1.012 (Handwerk*), € 1.141 bis € 1.264 (Industrie*)
  • Berufsschule: BSZ 3 Karl-Heine-Schule Leipzig, 1 Tag bzw. 2 Tage je Woche oder Blockunterricht
  • Kammerzugehörigkeit: IHK Leipzig
*je nach Bundesland unterschiedlich     
      


Digitalisierungsfaktor 
3 von 5


Perspektiven

Arbeitszeiten: Je nach Ausbildungsbetrieb unterschiedlich. In großen Industrie- und Fertigungsbetrieben wird häufig im Schichtbetrieb gearbeitet.

Arbeitsplatzsicherheit: Nach dem erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung gibt es jede Menge an Weiterbildungsmöglichkeiten, die eine tolle Perspektive bieten und dadurch eine sichere Zukunft ermöglichen.

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung: ca. 2.000 EUR brutto im 1. Berufsjahr

Entwicklungspotential: Im Rahmen der Ausbildung zum*zur Industriemechaniker*in und in Hinblick auf Industrie 4.0 können optional – je nach Ausbildungsunternehmen und betrieblichem Bedarf – vier spannende Zusatzqualifikationen angeboten werden. Hierzu gehört das additive Fertigungsverfahren (3D-Druck), IT-gestützte Anlagenänderung, Prozessintegration und Systemintegration. Nach der Ausbildung stehen Möglichkeiten der Fortbildung offen, mit denen man die Karriere auf- und ausbauen kann – zum Beispiel als Industriemeister*in Fachrichtung Metall, Technische*r Fachwirt*in, Techniker*in Fachrichtung Maschinentechnik. Damit besteht dann beispielsweise die Möglichkeit, in die Entwicklung neuer Maschinen einzusteigen oder die Produktion zu verbessern. Weitere Informationen zum Beispiel hier: https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index;BERUFENETJSESSIONID=L-RKVbnvysyEdsQ5ikJvwCTvKD3WFD3KtuqDRAQR-3diNXgWiy0p!1053228482?path=null/kurzbeschreibung/aufstiegsweiterbildung&dkz=29055


Ein typischer Arbeitstag…

…einer auszubildenden Industriemechanikerin im 2. Lehrjahr in der Frühschicht.

… 05:30: Beginn des Rituals vor jeder Schicht. Gang zum eigenen Spind – umziehen – Kaffee kochen – kurzer Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen.

… 06:00: Schichtbeginn. Kurze Besprechung mit dem Vorgesetzten. Bei der Besprechung wird der Tagesplan mitgeteilt und angefallene Probleme aus der Vorschicht besprochen.

… 06:30: Prüfung von zwei Maschinen nach einem vorgearbeiteten Instandhaltungsplan. Mit dabei sind ein erfahrener Kollege und die Ausbilderin, die beratend zur Seite stehen. Bei dieser Arbeit werden z. B. Schläuche und Dichtungen ausgetauscht, Maschinen ausgelesen und Schrauben nachgezogen. Alles wird dabei per Tablet dokumentiert und direkt an eine zentrale Leitstelle geschickt, wo die Daten verarbeitet und gespeichert werden.

… 08:30: Mit einem weiteren Azubi müssen Bauteile geprüft und neu zusammengebaut werden. Jede Lieferung muss kontrolliert und danach nach dem Baukastenprinzip zusammengesetzt werden.

… 10:00: Frühstückspause

… 10:30: Treffen mit allen Auszubildenden in der unternehmenseigenen Lehrwerkstatt. Ein Ausbilder stellt ein häufig auftretendes Problem an einer Baugruppe vor und zeigt Schritt für Schritt, wie dieser Fehler zu beheben ist. Anschließend werden Zweierteams gebildet, um das gerade erlernte Wissen umzusetzen.

… 13:30: Bereitschaftsdienst mit anderen Kollegeninnen und Kollegen. Wenn es Probleme auf der Fertigungsstraße oder an größeren Maschinen gibt, muss der Fehler schnell behoben werden, da jede Minute Stillstand viel Geld kostet.

… 14:15: Abschlussbesprechung mit der Ausbilderin. Eine Fehlermeldung konnte während der Arbeitszeit nicht beseitigt werden, daher muss die nächste Schicht darüber informiert werden, um das Fortlaufen der Produktion zu gewährleisten.

… 14:30 Uhr: Schichtende/Arbeitsende

 

Mögliche weitere Ausbildungsberufe im Metallbereich

Anlagenmechaniker*in, Feinwerkmechaniker*in, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker*in, Kraftfahrzeug- und Zweiradmechatroniker*in, Mechatroniker*in, Zerspanungsmechaniker*in u. v. m.

Quellen und weitere Informationen

  • www.ausbildung-me.de/industriemechaniker-in
  • www.leipzig.ihk.de
  • berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/29055.pdf
  • www.bibb.de/de/berufeinfo.php/profile/apprenticeship/658658
  • www.lohnspiegel.de

Offenes Austauschtreffen Studienzweifel/ Studienabbruch

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(Bildquelle: https://www.eventinc.de/eventlocation/leipzig/moritzbastei)

Zum dritten Mal lädt das Projekt Plan B(eruf) zum Offenen Austauschtreffen ein. Es ist ein Treffpunkt für alle,

  • die ihr Studium abbrechen wollen oder müssen,
  • die ihr Studium schon abgebrochen haben und
  • alle jene, die bereits erfolgreich in eine duale Berufsausbildung gewechselt haben und von ihren Erfahrungen berichten können.

Bei dem Treffen wollen wir uns offen und vorbehaltslos über das Thema Studienabbruch und mögliche Anschlussperspektiven austauschen. Die Erfahrungen der letzten Treffen zeigen, dass gerade der Austausch hilfreich ist, und zwar zwischen Menschen, die sich noch in der unsicheren Phase befinden und denen, die schon mitten in der Verwirklichung ihres persönlichen Plan B stecken.

Sei es, einfach mal zu hören, wie es einer anderen Person in der ähnlichen Lage erging oder ganz konkrete Tipps und Infos zu bekommen. Die, die da sind, bestimmen, welche Themen besprochen werden.

Zeit und Ort: Mittwoch, 17. April 2019, 18-20 Uhr, Moritzbastei (Galerie, unten linksherum), Universitätsstraße 9, 04109 Leipzig

Die Beraterin und die Unternehmenskoordinatorin von Plan B(eruf) – Beate Wesenberg und Anja Kobelt – werden dabei sein und ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit einbringen. 

Wir freuen uns über eine kurze Rückmeldung bis zum 15.04.2019 per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Kurs nehmen auf… die/den Hotelfachfrau/mann

Unsere Homepage-Rubrik „Kurs nehmen auf…“ stellt in unregelmäßigen Abständen Ausbildungsberufe vor, die für Studienabbrecher*innen hier in der Region interessant sein können, weil sie spannende Tätigkeiten und gute Berufsaussichten miteinander verbinden. Dieses Mal haben wir den Beruf der Hotelfachfrau und des Hotelfachmannes betrachtet.

Wir danken den Master-Studierenden der Wirtschaftspädagogik der Universität Leipzig für die Erstellung des Steckbriefes.

https://kowa-leipzig.de/plan-b/kurs-nehmen-auf

 

Azubiticket startet am 1. August in Sachsen

Azubiticket
(Bildquelle: KOWA Leipzig)

Ob zur Berufsschule, zur Arbeit oder in der Freizeit – Mobilität im öffentlichen Personennahverkehr wird für Auszubildende ab 1. August 2019 billiger. Das Azubiticket kostet 48 Euro im Monat und ist ganztägig sowie ganzjährig gültig. Es ist nur im Abonnement erhältlich und gilt für einen Verkehrsverbund. Für weitere 5 Euro kann ein anderer Verkehrsverbund hinzugenommen werden. Verhandelt wurde dieses Azubiticket von Vertretern der sächsischen Zweckverbände und des Wirtschaftsministeriums.

Eine bezahlbare Versorgung mit ÖPNV-Verkehrsleistungen ist gerade für Studienabbrecher*innen mit Interesse an einer betrieblichen Ausbildung in den Landkreisen um Leipzig von Bedeutung. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ermittelte, dass gerade Abiturient*innen und Auszubildende in MINT-Berufen besonders regional mobil sind.

http://doku.iab.de/kurzber/2019/kb0219.pdf

 

Ausbildungsvergütung: So viel soll jeder Azubi verdienen  

Nach dem Mindestlohn kommt die Mindestausbildungsvergütung. Die Mindestausbildungsvergütung ist im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbart, die Einführung ist zum 1. Januar 2020 geplant. Derzeit arbeiten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Arbeit (BMAS) an einem Gesetzesentwurf. Nun sind die Vergütungssätze bekannt: Im ersten Ausbildungsjahr sollen es 515 Euro sein, im zweiten 615 Euro und im dritten 715 Euro. Sofern geringere Ausbildungsvergütungen in Tarifverträgen geregelt sind, gelten diese Ausnahmen.

 

Pakt für die Ausbildung in Sachsen vereinbart

Die sächsische Staatsregierung und die Wirtschaft in Sachsen – vertreten durch die sächsischen Handwerkskammern, die sächsischen Industrie- und Handelskammern sowie die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft – haben einen „Pakt für die Ausbildung“ beschlossen. Die gemeinsame Erklärung betont die betriebliche Ausbildung als wesentliche Grundlage für die Sicherung des künftigen Fachkräftebedarfs in Sachsen. „Die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung liegt mir dabei besonders am Herzen. Wir werden in Zukunft noch deutlicher zeigen: Eine duale Berufsausbildung ist eine gleichwertige Alternative zum Studium. Sie ist anspruchsvoll, bietet gute Jobperspektiven und alle Aufstiegschancen.“, erklärt Wirtschaftsminister Martin Dulig. Im Maßnahmenkatalog des Paktes steht u. a. eine zentrale Berufsschulnetzplanung für eine flächendeckend gute und moderne Berufsschulstruktur mit zumutbaren Wegen für die Azubis.

https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/224602

 

Homepage des Sächsischen Leuchtturmprojekts Quickstart ist aktualisiert

Seit Herbst 2018 unterstützt das Leuchtturmprojekt Quickstart Sachsen Studierende, die über einen Studienabbruch nachdenken oder ihr Studium bereits abgebrochen haben, sowie Unternehmen, die die Potenziale von Studienabbrecher*innen nutzen wollen. Die Projekthomepage wird stetig erweitert. Neben zahlreichen Informationen und Hilfstools für die Entscheidungsfindung, findet sich dort auch eine Übersicht zu allen sächsischen Beratungsangeboten und Anlaufstellen für Studienzweifler*innen und Studienabbrecher*innen.

https://studienabbruch-und-weiter.de/unser-netzwerk/    

 

Ausbilderportal „Stark für die Ausbildung“ unterstützt Unternehmen

Studienabbrecher*innen haben das Potential, sich zu selbstständigen und eigenverantwortlichen Fachkräften zu entwickeln. Acht Wissensbausteine aus dem Ausbilderportal „Stark für die Ausbildung“ geben wertvolle Hinweise, wie diese Zielgruppe durch spezielle Angebote besonders motiviert und wie in der Ausbildung sowohl Über- als auch Unterforderung vermieden wird.

https://www.stark-fuer-ausbildung.de/tipps-hilfen/nach-azubi-gruppen/studienabbrecher/jugendliche-foerdern-und-fordern/  

 

Neues aus der Berufsbildungsforschung

BIBB-Studie: Warum Berufe nicht gewählt werden

Schädlingsbekämpfer*in, Gebäudereiniger*in, Oberflächenbeschichter*in, Schornsteinfeger*in – es gibt viele interessante Berufe, deren Image unattraktiv ist und die aber eine vielfältige Arbeitspraxis haben. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat dazu geforscht und die Bedeutung der sozialen Anerkennung festgestellt. Die Publikation informiert zu Faktoren eines gelingenden Übergangs in die Berufstätigkeit

https://www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/publication/download/9795 (PDF-Dokument)

Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) hat – gefördert vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) – eine Studie zur Attraktivität der beruflichen Ausbildung bei Studienabbrecher*innen durchgeführt. Die vorliegende Studie untersucht, inwieweit Studienabbrecher*innen in die berufliche Bildung einmünden und welche Beratungsinstrumente sowohl vor dem Studienbeginn als auch zwischen Studienabbruch und Ausbildung genutzt wurden.

Heublein, Ulrich u. a. (2018): Die Attraktivität der beruflichen Bildung bei Studienabbrecherinnen und Studienabbrechern. (Reihe Berufsbildungsforschung, 18), Bonn www.bmbf.de/upload_filestore/pub/Berufsbildungsforschung_Band_18.pdf (PDF-Dokument)

 

Raum für kollegialen Austausch

Am 9. Mai sind Beraterinnen und Berater von Hochschulen, Agentur für Arbeit, Studentenwerk, StudentInnenräten und Kammern wieder eingeladen, sich untereinander zu vernetzen und auszutauschen. Neben dem Thema Verweisberatung wird es diesmal vor allem um den kollegialen Austausch zu verschiedenen Themen wie Herausfordernde Beratungssituationen,  Selbstfürsorge als Berater*in und Beratungshaltung (Nähe/ Distanz) gehen. Das Treffen findet von 10 bis 13 Uhr in der Nikolaistraße 6-10 (Raum 3.49) statt. Um eine Voranmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wird gebeten.

 

Termine

17.04.2019 18-20 Uhr – Offenes Austauschtreffen Studienzweifel/ Studienabbruch, Moritzbastei, Universitätsstraße 9

09.05.2019 10-13 Uhr – Arbeitskreistreffen zur Vernetzung beratender Stellen, Nikolaistraße 6-10, Raum 3.49 (beim Gleichstellungsbüro der Universität Leipzig, 3. Etage)

11.05.2019 10-14 Uhr – Aktionstag Lehrstellen im ZAW Leipzig GmbH https://www.leipzig.ihk.de/unternehmen/geschaeftsfelder/ausbildung-und-weiterbildung/aktionstag-lehrstellen-2019/

15.04.2019 16:30 Uhr – Informationsveranstaltung „Berufliche Veränderungen – welche Möglichkeiten habe ich?“ (u.a. Erwerb Berufsabschluss, Finanzierungsmöglichkeiten), Volkshochschule Leipzig, Löhrstraße 3  

26.08.-30.08.2019 – Sommerakademie der regionalen Wirtschaft, Workshop „Studienabbrecher*innen ins Boot holen – Tipps für ausbildende Unternehmen“, Details folgen  

19.09.2019 10-14:30 Uhr – Plan B(eruf) Fachtag „Fachkräftesicherung durch Ausbildung“, Details folgen

Immer montags 15-17 Uhr – Offene Sprechstunde für Studienzweifler*innen und Studienabbrecher*innen in der Nikolaistraße 6-10, Raum 3.02

jeden 1. Donnerstag im Monat 15:15-16:45 Uhr (nur in der Vorlesungszeit) – Offene Sprechstunde für Studienzweifler*innen und Studienabbrecher*innen an der HTWK, Karl-Liebknecht-Straße 132, Raum G113

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Einsatzbereich & Inhalte
Hotelfachangestellte sind ein wichtiger Teil der Tourismusbranche, vor allem im Gastgewerbe. Sie werden in allen Abteilungen eines Hotels eingesetzt und übernehmen dort wesentliche Aufgaben um den Betrieb zu unterstützen. Sie wirken maßgeblich an der Gästezufriedenheit mit und sorgen für einen unvergesslichen Aufenthalt. Einsatzbereiche während der Ausbildung sind Rezeption, Housekeeping, Restaurant, Zimmerservice, Bankett und Küche. Übergreifende Aufgaben fallen im organisations- und verwaltungstechnischen Bereich an, wie bspw. Erstellung von Kalkulationen, Durchführung von Bestellungen und Lieferungen, Veranstaltungsorganisation und Personalmanagement.

Warum für Studienabbrecher*innen geeignet?
Die Ausbildung als Hotelfachmann/-frau eignet sich besonders für diejenigen, welche bereits Vorkenntnisse und ein gewisses Maß an Eigenmotivation und Leidenschaft in diesem Bereich mitbringen. Dank des Abiturs kann die Ausbildung in nur zwei Jahren abgeschlossen werden. Nach der Ausbildung kann eine Spezialisierung erfolgen und es bieten sich vielseitige Aufstiegschancen. Durch die Internationalität profitieren Studienabbrecher*innen, welche zukünftig im Ausland arbeiten möchten.

Voraussetzungen
Entscheidend für eine erfolgreiche Ausbildung als Hotelfachmann/-frau sind eine hohe Leistungsbereitschaft sowie ein hoher Grad an Flexibilität. Wenn Ihnen daran gelegen ist, für das Wohlbefinden von Gästen zu sorgen und Sie in hohes Maß an Offenheit und Kommunikationsbereitschaft mitbringen, sind Sie im Gastgewerbe gut aufgehoben, unabhängig von Ihrem Werdegang.

Folgende persönliche Stärken sind in der Hotellerie nützlich:
  • Selbständige Arbeitsweise
  • Belastbarkeit, Stressresistenz
  • Empathie und Kontaktbereitschaft
  • Selbstbewusstes und sicheres Auftreten
  • Freude an Team- und Gruppenarbeit
  • Geduld und Sorgfalt
  • Organisations- und Planungsfähigkeit sowie eine strukturierte Arbeitsweise
  • Interesse an verschiedenen Kulturen

Hard Facts
  • Duale Berufsausbildung
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Verkürzungsmöglichkeit: Die Verkürzung der Ausbildungszeit kann in Absprache mit dem Ausbildungsbetrieb durch einen direkten Einstieg ins zweite Ausbildungsjahr oder am Ende der Ausbildung durch einen Antrag auf vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung ermöglicht werden. Zuständig ist die jeweilige Kammer.
  • Ausbildungsentgelt: mind. 710 Euro im ersten, mind. 780 Euro im zweiten und mind. 860 Euro im dritten Ausbildungsjahr (Entgelttarifvertrag für das Sächsische Gastgewerbe)
  • Berufsschule: 1 Tag bzw. 2 Tage je Woche oder Blockunterricht
  • Kammerzugehörigkeit: Industrie- und Handelskammer

Digitalisierungsfaktor
3 von 5


Perspektiven

Arbeitszeiten: Die Bereitschaft zu Schichtarbeit bzw. flexiblen Arbeitszeiten (mit Option auf familienfreundliche Flexibilität) ist wichtig, je nach Spezialisierung kommen aber auch klassische Bürozeiten (ca. 8-17 Uhr) in Frage.

Arbeitsplatzsicherheit: Vorwiegend werden die Hotelfachmänner/-frauen nach ihrer Ausbildung von dem Ausbildungsbetrieb übernommen. Auf Grund des hohen Fachkräftemangels, sowohl in Großstädten als auch auf dem Land, und der mannigfaltigen Einsatzmöglichkeiten und Spezialisierungen bestehen gute Einstiegsmöglichkeiten.

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung: 1.650 – 2.000 EUR brutto in Abhängigkeit von der Region, eingesetzter Abteilung, Erfahrung und Qualifikation

Entwicklungspotential: Die Möglichkeiten sind so vielseitig wie die Branche und die Einsatzgebiete, je nach Spezialisierung und Interessensgebiet. Von Concierge über Front Office Manager*in, Restaurantleiter*in, Sommelier, Food & Beverage-Manager*in bis General Manager*in bis hin zur Selbstständigkeit ist alles möglich. Nach der Ausbildung bestehen eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten im kaufmännischen oder fachbezogenen Bereich sowie eine Vielzahl von Zusatzqualifikationen (wie bspw. den Ausbildereignungsschein).

Ein typischer Arbeitstag…

… an der Rezeption

… 06:30 Uhr: Erst einmal eine Kanne Kaffee für alle kochen und im Backoffice der Rezeption abstellen. Danach erfolgt die Übergabe mit dem Nachtdienst. Anschließend wird die Kasse gezählt und sich mit den Aufgaben des Tages vertraut gemacht.

… 07:00 Uhr: Ein Gast hat um einen Weckruf gebeten, welcher um die gewünschte Uhrzeit getätigt wird. Der Gast würde gern ein kleines Frühstück und einen Cappuccino auf seinem Zimmer zu sich nehmen. Die Bestellung wird aufgenommen und an den Service weitergeleitet.

… 07:15 Uhr: Die E-Mails werden gecheckt und beantwortet. Ein Stammgast hat eine Zimmeranfrage am kommenden Wochenende. Es wird überprüft, ob das gewünschte Zimmer noch frei ist. Der Gast hat Glück, das Zimmer wird für ihn reserviert, worüber er eine Bestätigung erhält. In den kommenden Tagen muss überprüft werden, ob dieser seine neuen Kreditkartendaten hinterlegt hat. Hierfür wird ein Trace gesetzt.

… 08:00 Uhr: Ein Tagesbericht wird gedruckt, in welchem alle wichtigen Informationen zu allen im Haus gebliebenen Gästen und allen Anreisen stehen. In diesem werden auch die VIPs der nächsten Tage aufgeführt, für welche wir gleich die Blumen bestellen.

… 09:15 Uhr: Die ersten Gäste checken aus. Wir erkundigen uns nach ihrem Aufenthalt und erstellen die Rechnung. Besonderheiten werden in die Gästekartei eingetragen und die Gäste im System ausgecheckt.

… 12:00 Uhr: Mittagspause mit den Kolleg*innen. Es wird über die Neuigkeiten des Hotels geredet. Heute ist das Thema die neuen Annehmlichkeiten auf den Zimmern.

… 12:30 Uhr: Vorbereitung der Zimmerkarten und Meldescheine für die Check-ins.

… 14:30 Uhr: Die ersten Gäste reisen an. Es folgt der Check-in und Wünsche von Gästen werden erfüllt, wie beispielsweise ein Zustellbett. Diese Info leiten wir an das Housekeeping weiter.

… 15:30 Uhr: Die Spätschicht erscheint zum Dienst. Die Kasse wird gezählt und Gästen relevante Informationen weitergegeben. Ein Stammgast soll beim Check-in einen Begrüßungscocktail bekommen. Wenn alles besprochen ist…

… 16:00 Uhr: …Feierabend

… im Restaurant

… 15:30 Uhr: Erstes Briefing im Backoffice. Dabei wird die Übergabe des Frühdienstes und Besonderheiten des Tages besprochen, die anstehenden Aufgaben werden verteilt.

… 16:00 Uhr: Das Team bereitet das Restaurant vor: Gläser polieren, Getränkekühler vorbereiten, Menükarten auf Sauberkeit und Vollständigkeit kontrollieren. Ein Tisch wird mit Rosenblättern und Blumen geschmückt, denn es kommt ein Paar, welches seinen Hochzeitstag feiert.

… 17:00 Uhr: Gemeinsames Abendessen mit Kolleg*innen. Es gibt Backfisch mit Spinat, eine Salatauswahl und natürlich etwas Süßes. Es werden die Neuigkeiten des Hotels und der nächste Tag besprochen.

… 17:30 Uhr: Kurzes Servicemeeting. Besondere Gästewünsche werden besprochen. Heute wünscht ein Gast glutenfreies Brot und ein Heiratsantrag soll nach dem Dessert stattfinden. Wir treffen letzte Vorbereitungen, stellen den Champagner kalt und zünden die Kerzen an.

… 18:00 Uhr: Das Restaurant öffnet. Die ersten Gäste treffen ein, werden zum Tisch begleitet und wir nehmen ihre Bestellung auf. Bis der letzte Gast das Restaurant verlassen hat gilt es, allen Wünschen bestmöglich nachzukommen.

… 21:00 Uhr: Die ersten Gäste ordern ihre Rechnung. Den glücklich Verlobten wird ein Glas Champagner und eine Überraschung aus der Küche serviert.

… 22:15 Uhr: Der letzte Gast hat das Restaurant verlassen und die Türen werden geschlossen. Wir räumen die Tische ab, wechseln die Tischdecken und bereiten alles für das Frühstücksbuffet vor.

… 23:15 Uhr: Das Reinigen des Backoffices und der Kaffeemaschine steht noch an und anschließend…

… 00:00 Uhr: …Feierabend.

Mögliche weitere Ausbildungsberufe im Bereich Hotel- und Gaststättengewerbe & Tourismus und Freizeitwirtschaft
Hotelkaufmann/-frau, Fachmann/-frau für Systemgastronomie, Fachkraft im Gastgewerbe, Restaurantfachmann/-frau, Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit, Tourismuskaufmann/-frau

Quellen und weitere Informationen

  • https://www.dehoga-bundesverband.de
  • https://berufenet.arbeitsagentur.de
  • https://www.leipzig.ihk.de
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