Rückblick: Erfolgreicher Fachtag zur Fachkräftesicherung durch gute Ausbildung

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Nur 14 Prozent aller Unternehmen in Ostdeutschland bilden aus und auch die Nachfrage von Jugendlichen nach dualer Ausbildung ist mittlerweile geringer als die nach Studienplätzen. Lässt sich der Fachkräftebedarf über die Berufsausbildung überhaupt noch decken? Mit dieser Frage beschäftigten sich mehr als 60 Teilnehmende – darunter viele Unternehmen – auf dem Fachtag des Projektes "Plan B(eruf) – Berufliche Perspektiven nach Studienabbruch" im September 2019. In mehreren Vorträgen und einer Podiumsdiskussion stand dabei vor allem im Fokus, wie es gelingen kann, die Attraktivität der Berufsausbildung wieder zu steigern und Jugendliche dafür zu gewinnen.

Dr. Roman Jaich (ver.di) empfahl u. a. die Aufstiegsqualifikationen auszuweiten und die Gleichwertigkeit verschiedener Ausbildungswege sichtbarer zu machen, indem der DQR konsequent umgesetzt wird. Dr. Per Kropp (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) verdeutlichte in seinem Vortrag, wo es Engpässe in der Region gibt, dass sich aber schwer abschätzen lässt, wie sich der Ausbildungsmarkt entwickelt. Daher dürften sich Bemühungen nicht nur auf Engpassberufe beschränken. Die Wichtigkeit sozialer Anerkennung von Berufen zeigte sich besonders deutlich im Vortrag von Dr. Verena Eberhard (Bundesinstitut für Berufsbildung). Berufe, die keine Anerkennung im sozialen Umfeld der Jugendlichen bringen, werden nicht gewählt, selbst wenn eine Neigung dazu besteht. Aber auch gute Übernahmechancen und ein gutes Betriebsklima sind wichtig.

Aus den langjährigen Projekterfahrungen von "Plan B(eruf)" heraus zeigte Anja Kobelt mit Blickrichtung auf Unternehmen, was man in Bezug auf Ausbildung und der Suche nach Auszubildenden falsch bzw. richtig machen kann. In der Podiumsdiskussion wurde an anschaulichen Beispielen demonstriert, wie es Unternehmen trotz Widrigkeiten gelingen kann, immer wieder Auszubildende zu gewinnen und zu halten und inwiefern die duale Ausbildung nach einem Studienabbruch für alle Seiten eine gute Option sein kann.

Sowohl in den Vorträgen als auch in der Podiumsdiskussion herrschte Einigkeit darüber, dass für die duale Ausbildung von allen Seiten mehr getan werden muss. Die geringere gesellschaftliche Anerkennung beruflicher gegenüber akademischer Bildung ist ein Problem, welches man angehen müsse und wo die Mitarbeit vieler Akteure gefragt ist.

 

Rückblick: Workshops zu Praktikum und Berufseinstieg an der HTWK Leipzig

Unter der Rubrik „Wissenschaft und Arbeitswelt“ bot die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig in diesem Sommer mit Unterstützung der KOWA Leipzig zwei Workshops zu den Themen Berufseinstieg und Praktikum an. Isabella Rogner von der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen gab den Studierenden in den gut besuchten Veranstaltungen Tipps und Informationen zu Einstiegsgehältern, Tarifverträgen, Tücken beim Arbeitsvertrag sowie zu Rechten und Pflichten im Praktikum. Wir hoffen auf eine Fortsetzung des Angebots.

HTWK-Zusatzkurse https://www.htwk-leipzig.de/?id=25947

Vorschau: Kenne deine Rechte! Alles Wichtige zu Praktika und Nebenjob

Auch die Studierenden der Universität Leipzig haben die Möglichkeit, sich mit Themen wie Praktikum, Arbeitsvertrag, Sozialversicherung und Mindestlohn zu beschäftigen. Im Rahmen des Career Service-Angebots der Universität wird Hans Jurdeczka, Jura-Student und Berater bei students@work, einen ersten Überblick geben. Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden Sie hier

Termin: 4.12.2019, 16.00-17.30 Uhr 

 

Die Segel setzen für Studienabbrecher – Broschüre zum Thema Ausbildungsattraktivität veröffentlicht

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Wie können Unternehmen Ausbildung so gestalten, dass sie attraktiv für jungen Menschen ist? In kurzer und prägnanter Form stellt die Broschüre verschiedene "Stellschrauben" vor, an denen gedreht werden kann, wenn Unternehmen ihre Ausbildungsbedingungen verbessern möchten. Neben der Vergütung und den Zusatzleistungen spielen dabei auch Themen wie das Betriebsklima, Arbeitsbedingungen allgemein und die Übernahmechancen nach der Ausbildung eine wichtige Rolle. Auch wenn der Fokus darauf liegt, die Gruppe der Studienabbrecher*innen als potenzielle Auszubildende zu gewinnen, so ist das Thema Attraktivität der Ausbildung universell. Die Empfehlungen aus dem Projekt "Plan B(eruf) – Perspektiven nach Studienabbruch" lassen sich daher auch auf andere Zielgruppen übertragen. Bestellt werden können gedruckte Exemplare kostenlos bei Sarah Schmidt (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Die barrierefreie Online-Version gibt es hier:

"Die Segel setzen für Studienabbrecher. Ausbildung im Unternehmen attraktiv und erfolgreich gestalten"

 

Neu auf der Homepage: Trans* in der Arbeitswelt

Aus der Idee, eine Wanderausstellung zum Thema Trans* in der Arbeitswelt nach Leipzig zu holen, entwickelte sich im Laufe des letzten Jahres eine umfangreiche Auseinandersetzung mit dem Thema. Nicht zuletzt wurde deutlich, wie groß der Informationsbedarf zum Thema ist. Aus diesem Grund haben wir auf unserer Homepage dem Thema einen eigenen Bereich gewidmet und vielfältige Informationen zusammengetragen: Von der Fotoausstellung über Interviews, Studienergebnisse bis hin zu Handlungsempfehlungen und einer Linkliste.

https://kowa-leipzig.de/trans-in-der-arbeitswelt

In eigener Sache: Veränderungen im Team – Neue Mitarbeiterin

Sandy

Sandy Mann studierte Soziale Arbeit mit dem handlungsorientierten Studienschwerpunkt Beratung und Behandlung, wobei sie bereits während ihres Studiums begann, in Bildungsprojekten tätig zu werden. Nach ihrem Abschluss war sie unter anderem an der HTWK Leipzig im Qualitätspakt-Lehre-Projekt "Studifit – Studieren lernen fürs Leben" für den Bereich der Evaluation und der Weiterentwicklung der Projektangebote zuständig und arbeitete als Lehrkraft an einer allgemeinbildenden Schule. Junge Menschen hinsichtlich ihrer individuellen Entwicklungs- und Bildungsbedürfnisse zu unterstützen, ist ihr stets ein besonderes Anliegen. Bei der KOWA Leipzig ist sie vor allem für die Beratung und Begleitung der Studienabbrecher*innen verantwortlich.

Ihre Vorgängerin auf der Stelle, Beate Wesenberg, wechselte im August 2019 zum Projekt Quickstart Sachsen, welches Initiativen zum Thema Studienabbruch vernetzt. Wir freuen uns, in diesem Zusammenhang auch weiterhin mit ihr zusammenarbeiten zu können.

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